Quellen und Literatur
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Laß es sich angesichts dieser überreichen Literatur in der folgendenÜbersicht nur um die Hervorhebung der wichtigsten oder richtiger: dermir am brauchbarsten erscheinenden oder aus irgendwelchen besonderenGründen erwähnenswerten Schrift handeln kann, ist selbstverständlich.
2. Als Quellen kommen in Betracht vor allem die amtlichen Stati-stiken, die besonders für Deutschland und die Vereinigten Staaten ergiebig sind. Von den zahlreichen Bearbeitungen verdienen hervorgehobenzu werden J. Conrad-A. Hesse, Statistik; besonders Band III. Berufs-und Gewerbestatistik. 4. Aufl. 1925 sowie die amerikanischen CensusMonographs. Methodologisch-kritisch wertvoll ist Rudolf Meerwarth ,Einleitung in die Wirtschaftsstatistik. 1920; erweitert und vertieft wiedererschienen u. d. T. Nationalökonomie und Statistik. 1925.
Ferner enthalten auch die auf Seite 639 bereits genannten „Kartell“-Enqueten viel wertvolles Material zur Beurteilung des Betriebsproblems.
Endlich wird man die zahlreichen privaten Materialsammlungenzu den Quellen rechnen dürfen, wie sie in den Jubiläumsschriften dereinzelnen Firmen oder in gelegentlichen Zusammenstellungen wie etwader vom Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes herausgegebenenSchrift: „Konzerne der Metallindustrie“ (1923) vorliegen.
3. Zur Quellenliteratur rechne ich die umfangreiche Speziesder über den Zustand oder die Geschichte einzelner Werke oder einzelnerGegenden oder einzelner Gewerbezweige schlicht berichtenden Schriften,die um so wertvoller sind, je weniger sie den Ehrgeiz haben, allgemeineUrteile zu fällen. Besonders in Deutschland ist diese Literaturart sehrverbreitet, weil es hier jahrzehntelang Übung war, derartige Beschrei-bungen als Doktordissertationen zu verwenden. Jeder bessere Universitäte-professor gab „Sammlungen“ solcher Monographien heraus, deren Zahlheute Legion ist. Unmöglich, sie auch nur in einer Auswahl hier aufzu-zählen. Einen Teil — diejenigen, die Anfänge der Typisierung enthalten —werde ich unter der Literatur verzeichnen. Hier sei auf die Übersichtenüber zahlreiche dieser Schriften hingewiesen, die sich in dem oben genanntenWerk von Conrad-Hesse befinden.
II. Allgemeine Schriften über Betriebsgestaltung
Zwischen „nationalökonomischer“ und „privatwirtschaftswissenschaft-licher“ oder „betriebswissenschaftlicher“ Literatur läßt sich bei derunklaren Grenzbestimmung kein Unterschied machen. Solange sich die„Privatwirtschaftler“ nicht streng „zweckrational“ einstellen, vielmehrallerhand empirische Feststellungen machen und fakt husche Urteile fällen,wird sich eine scharfe Sonderung der beiden Disziplinen auch nie vornehmenlassen. Was ja im Grunde auch gar nicht so wichtig ist.
In neuerer Zeit sind zwei amerikanische Bücher erschienen, diemir in gedrängter Fassung das Beste zu bieten scheinen, was sich jetztüber Betriebsgestaltung in allen ihren Verzweigungen sagen läßt: Edm.Earle Lincoln, Applied Business Finance. 2. ed., 1923. und J. MauriceClark ( der Sohn), Studies in the economics of overhead costs, 1923.Lincoln behandelt das gesamte Betriebsproblem wesentlich unter dem