7(30 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtscliaftl. Prozesses i. d. GeschichteHausindustrien mit Vermehrungstendenz im Zeitraum 1882—1895
Gewerbearten
Seit 1882 habenzugenommen
Betriebe | Personen-um | zahl um
Grobschmiede.
1394
2638
Schlosser.
1126
2903
986
1519
Musikinstrumente.
1383
1955
Wollenweberei.
645
4072
Gummi- und Haarflechterei .
1712
889
Spitzenverfertigung und Weißzeugstickerei . .
2091
5560
Sattlerei, einschl. Spielwaren aus Leder . . .
1041
1673
Verfertigung grober Holzwaren.
530
634
Tischlerei und Parkettfabrikation.
3934
9338
Korbmacherei.
3903
6007
Dreh- und Schnitzwaren.
1805
3526
Tabakfabrikation.
3400
6949
Schneiderei.
17268
30106
Konfektion.
382
’ 885
Putzmacherei.
376
96
Schuhmacherei.
7099
7765
Wäscherei.
1353
2388
50228
88883
Alle Angaben sind dem von Meerwarth und mir verfaßten Artikel„Hausindustrie “ im HSt 1 entnommen.
Fragen wir nach den Gründen dieser Entwicklung, wie sie inden oben mitgeteilten Ziffern zum Ausdruck kommt, so brauchen wirsie nicht weit zu suchen. Es sind folgende: Hausindustrien, die sichin ihrem Bestände verringern, sind solche, aus denen die Seele desUnternehmers geflohen ist; sie sterben langsam ab wie Bäume, in denender Saft nicht mehr treibt. Sie sind Überbleibsel einer früheren Zeit,die noch nicht verschwunden sind dank dem ihnen innewohnenden Be-harrungsvermögen. Sie sind vom kapitalistischen Standpunkt aus gesehenvöllig „irrational“. Der Unternehmer hat aber deshalb kein Interessemehr an ihnen, weil die Produktionstechnik in diesen Gewerbezweigenso sehr vervollkommnet ist, daß auch bei allemiedrigsten Löhnen derhandarbeitende Hausindustrielle zu teuer arbeitet. Nur in Zeiten derplötzlichen Aufwärtsbewegung der Industrie, wenn die Aufträge sichrasch mehren und die Preise rasch steigen, finden die alten Haus-industrien auch für den Unternehmer noch lohnende Beschäftigung.