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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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832 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft!. Prozesses i. d. Geschichte

Betrieb gesetzten Überlandzentrale Lauchhammer eine Spannung von110000 Volt verwendet, während in Amerika schon Spannungen von150000 Volt und mehr Vorkommen. Das Entscheidende ist auch bei derElektrizitätswirtschaft, daß die Selbstkosten sich mit der Ausweitung derAnlage verringern. So kostet die Kilowattstunde bei einer jährlichenBenutzungsziffer von

500:

45 Pf. 1

3000:

7 Pf.

1000:

17

5000:

5

2000:

8 |

8000:

3,5

Quellen bei E. Fischer, Das sozialistische Werden, 114f.

Sehr lehrreich ist es, diese Sätze mit denen der früheren Zeit zu ver-gleichen, um die gewaltige Ausdehnung zu ermessen, die die industriellenAnlagen im Laufe der hochkapitalistischen Periode erfahren haben.Der Leser, der sich für diese Dinge interessiert, findet ein großes Materialfür die frühkapitalistische Epoche im 46. Kapitel des zweiten Bandesdieses Werkes, ein Material, das bisher von niemandem genutzt wordenist. Ein Vergleich zwischen den Zuständen im Anfang und am Schlüssedes hochkapitalistischen Zeitalters zeigt, daß für eine große Menge vonGewerben, zu denen vor allem auch die Textilindustrie gehört, vor150 Jahren noch die Außmaße des alten Handwerksbetriebes galten,daß aber auch in denjenigen Gewerben, in denen der Kapitalismus bereits Einzug gehalten hatte, die Ausmaße des Produktionsmittel-apparates und damit die Anforderungen an die Betriebsgröße ver-glichen mit der heutigen winzige waren. Um nur die Größenverhältnisseder Eisen- und Stahlwerke zum Vergleich heranzuziehen, so wurdenim 18. Jahrhundertgemischte Werke, die es damals schon gab, unddie aus Hochöfen, Frischfeuem, Zainhammer, Bohrwerk, Blankschmiede,Gießerei bestanden, mit etwa 2040 000 fl. bewertet. Das größteHüttenwerk der damaligen Zeit, das dem Mons. de la Chaussade gehörteund in Guerigny lag, wurde allerdings im Jahre 1781 schon für 3 MillionenLivres (Franken) an den Staat verkauft. Aber das war eine selteneAusnahme.

Hoch im Jahre 1852 veranschlagte man das gesamte Kapital, das inder Nassauer Eisenindustrie (20 Hochöfen und 4 Hammerwerken undGruben) steckte, auf 1 235 000 fl.

Zu den Produktionsgründen, die eine Neigung zur Ausweitung derBetriebe erzeugen, müssen wir nun aber auch das Bestreben rechnen,den Betrieb organisatorisch auf die Höhe zu bringen oder auf der Höhezu erhalten. Und da ist es vor allem die rationelle Abgrenzung der Be-