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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Einundfünfzigstes Kapitel: Die Konzentration

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triebsinhalte, die oft genug die Konzentration erheischt: sowohl Kom-bination wie Spezialisation drängen auf diese hin.

Bei der Kombination liegt es auf der Hand, daß sie der Regelnach mit einer Ausweitung des Betriebes verbunden ist, da man in denseltensten Fällen die einzelnen Betriebe, die man zu einer neuen Einheitzusammenschließt, verldeinern wird. Aber auch über diese durch denZusammenschluß gebotene Umfangserweiterung hinaus reizt die Kom-bination zur Konzentration.

Beispiel: Die Entwicklung vonGelsenkirchen. Erst wird eineInteressengemeinschaft zwischen dem Bergwerksbetriebe und zwei Hütten-werken geschaffen, weil es als reine Zeche im Nachteil war. Daraufhin wurdeseine Kohlen- und Kokserzeugung entsprechend ausgedehnt. 1908 bei demZusammenbruch blieb es vor allem auf großen Kokslägern sitzen. Es bliebihm nun nichts übrig, als seine Erzeugung von Eolgeprodukten immerweiter auszudehnen. So wurde im Krisenjahr (!) 1909 eine Kapital-vermehrung von 60 Millionen Mk. beschlossen, vornehmlich zum Ausbauder Werke für Herstellung von Fertigfabrikaten und zur Anlage einesHafens in Gelsenkirchen.

Aber ebensosehr bietet die Spezialisation zwischen Be-trieben Anlaß zur Vergrößerung, ja hat diese ebenfalls zur Voraus-setzung.

Beispiel: der oben bereits erwähnte Fall der Spezialisation zwischenden Walzwerken. In dem ebenfalls bereits angezogenen Geschäftsberichtder Oberschlesischen Eisenindustrie A.-G. heißt es weiter:Eine Voraus-setzung für Durchführung der Unifizierung des Walzeisenbetriebes bestehtdarin, daß die vereinten Gesellschaften die Fabrikation auf gemeinschaft-liche Rechnung führen, wodurch es für den einzelnen Komponenten gleich-gültig wird, ob ihm mehr oder minder gewinnbringende Walzeisensortenzur Abarbeitung überwiesen werden.

Drängt in diesem Falle die Spezialisation auf den Konzern hin, soerzwingt sie als Spezialisation i m Betriebe die Erweiterung des Werk-betriebes, da ja, wie wir bei unseren theoretischen Besinnungen schonfestgestellt haben, das Maß der Spezialisation der einzelnen Arbeits-verrichtungen im geraden Verhältnis zur Größe des Betriebes steht.Zunehmende Differenzierung des Arbeitsprozesses, die, wie nochzu zeigen sein wird, ebenfalls eine Erscheinung der hochkapitalisti-schen Wirtschaft ist, bedingt also die zunehmende Vergrößerung desBetriebes.

Neben den Produktionsgründen hat die gewerbliche Konzentration

2. Absatzgründe. Als solche kommen in Betracht: