Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters.
daß ich die Wahrheit rcdc. Der Alte, welcher hier wohnet,heißt -Hegio, und ist dieses Gefangnen Vater. Wie es aberkomme, daß er bey seinem eignen Vater diene, will ich cnch,wenn ihr mir zuhören wollt, erzählen. -Hegio hatte zwey Söhne.Einen davon, als ein Kind von vier Jahren, entführte ihm einKnechts welcher sich damit fortmachte, und ihn in Elis an denVater dieses andern Gefangnen verkaufte. Ihr begreift es doch?- - Nun gut. Wie aber? Du, dort unten im Winkel, dusprichst, nein? Tritt naher her. Wenn du keinen Platz zumsitzen finden kannst, hier ist Platz zum stehen. Soll sich dennder Schauspieler zum Bettler schreyen? Nimm mir es nichtübel, deinetwegen werde ich mich nicht zerreißen. Ihr aber, dieihr einen bequemen Ort innc habt, dankt es cucrm Reich-thum, und hört vollends das Rcstchcn, denn ich bleibe die Rest-chcn nicht gerne schuldig. Der flüchtige Knecht, wie ich schongesagt habe, verkaufte seinen jungen Herrn, den er von Hausemitgenommen hatte, an dieses Vater. Dieser schenkte ihn also-bald seinem Sohne zu seinem besondern Knechte, weil sie beynahevon einem Alter waren. Nunmehr» aber dient er in seinemväterlichen Hause seinem eignen Vater, ohne daß es der Vaterweis. Zn der That, die Götter spielen auch mit den Menschen,wie mit Fangcbällcn. Nunmchro wißt ihr, wie er den einenSohn verlohrcn hat. Der andre aber ist im Kriege, den dieActolicr und Elicnscr mit einander geführt haben, zum Gefang-nen gemacht worden, (denn das geschieht, so viel ich weis, imKriege dann und wann) und der Arzt Menarcbus in Elis hatihn an sich gekauft. -Hegio gcgcnthcilS kauft clicnsischc Gefangneauf, in Hoffnung, daß er einen darunter finden wird, mit demer seinen gefangnen Sohn austauschen könne; weis aber nicht,daß einer davon sein eigner Sohn sey. Weil er nun gesterngehört, daß ein sehr vornehmer clicnsischcr Ritter sey gefangenworden, so hat er, zu seines Sohnes Besten, keine Unkosten
Sachen. Man sehe übrigens, mit was für Lebhaftigkeit er das, was dieZuschauer wissen sollen, erzählet, und mit was für Kunst er das versteckt,was sie itzo nicht wissen, sondern was sie selbst bald sehen sollen. Und mansage mir, ob in vielen neuen Komödie» die ersten Auftritte, ob sie gleich dasDialogische voraus haben, so angenehm sind, als dieser Prolog?