Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
31
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Die Gefangnen dc-5 Plaiitus.

angesehen, sondern hat diesen Ritter, nebst seinem Knechte, beyden O-uästors von der Ncutc erkauft, damit er durch ihn sei-nen Sohn desto leichter wieder erhalten könne. Diese aber ha-ben sich folgende List ausgcsonncn, wodurch der Knecht seinenHerrn nach Hanse verhelfen könne: sie haben nämlich Kleiderlind Namen unter einander verwechselt, daher heißt nun dieserPhilob'rarcs und jener <L>'nVarus, nnd TfnSarus spielt heutedes Philob'raccs, und Philob'ratcs des T>->,0»rns Rolle. Dieserwird seine List vortrefflich ausführen, und nicht allein seinenHerrn in die Freyheit versetzen, sondern zugleich seinen eignenBruder erhalten, und ihn als einen Freyen in sein Vaterlandzu seinem Vater zurück helfen. Alles das aber wird er von un-gefähr thun, wie es denn mcistcntheils geschieht, daß die Men-schen mehr Gutes von ungefähr^, als mit Willen, thun.Denn von ungefähr haben sie, ohne jcmands Einrathcn, ihreList also eingerichtet, daß dieser bey seinem eignen Vater in derKnechtschaft bleiben muß. Er dienet nun also seinem eignenVater, ohne daß er es weis. Was für eine elende Crcatur istder Mensch, wenn ichs bedenke!

Dieses nun, ihr Zuschauer, ist es, was ihr als eine wahreGeschichte, wir aber als eine Fabel *° anzusehen haben. Eines

" iliilem ut silexo i.im i» mnltiü locisinlvio»« <l>ii« f< i:i>, quain soiens, Iioni,Dicscs sind des Plautus Worte. Wir wollen hicrbcv die Stelle aus dem Tc-rmtius anmerken, wo er eben dicscs dcn parmcno zum Schlüsse der He-cyra sagen läßt:

e<l»i,Ivm ulu» Iinlliv Iw»i?eei iinprixleii«, <>u!>m sciens nute Inine llivm »lUlliüm.Aus dieser Stelle darf es nicht allein bewiesen wcrdcn, daß Tcrcntius dcnPlautus nachgcahnlct habe.

" llseo r«-s iiAelur iwlii«, voliis f-lkiiln: so heißt eigentlich die Stelle.Wenn ich sie aber nach der Einsicht bcurthcilc, welche Plaulus nothwendigvon dcr Einrichtung der Schauspiele muß gehabt haben; so komme ich aufdie Vermuthung, daß die beyden Pronomina versetzt worden sind, nnd daßes hcißcn solle: Usoe re« üxelur volii«, ilvlii« sslnil!». Dcn» dicscs ebenmacht die Vollkommenheit dcr Schauspiele ans, wenn die Zuschauer eine wahr-hafte Geschichte, und keine Vorstellung einer erdichteten Brgcbcnbcit, zu jchcnglaubcn. Die Schauspiclcr aber müssen es niemals aus dcn Gedanken lassen,daß sie nur vorstellende Personen sind, und ihre Vorstellungen so wahrschcin-