898 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtaehaftl. Prozesses i. d. Geschichte
Rohstoffe, wie um die Verteilung der Arbeit, wie um die Beaufsichtigungder Arbeiter zu kümmern. Sie sind das „Fac-Totum“. In einem Industrie-betriebe sind ihre Pflichten etwa die folgenden (nach Taylor-Wallichs,§ 103): Aufstellung des Arbeitsplanes für alle Werkzeugmaschinen,rechtzeitige Zuweisung der Arbeit an jeden Arbeiter und Belehrungüber die Art der Ausführung; Sorge für rasche Fertigstellung undAusnutz ung der Maschinen; Vorausbestimmung der Arbeiterzahl nachStand der Arbeitsmengen und deren Heranschaffung; Überwachungdes Verdientes der Leute, Kontrolle der Löhne und Aufrechterhaltungder allgemeinen Ordnung. Dabei wird ihre Tätigkeit im wesentlichendurch ihre persönlichen Fähigkeiten bestimmt. Und durch ihreCharaktereigenschaften, ihre menschlichen, oft allzu menschlichenNeigungen und Launen: sie hassen und lieben und behandeln die Unter-gebenen oft genug parteiisch. Stellen ein und entlassen nach Gutdünken,haben ihre Lieblinge (vor allem unter dem weiblichen Personal) und„die Kerls, die sie nicht leiden können“ und die sie deshalb drangsalieren.Man hat nicht mit Unrecht die Betriebsführung in dem beseeltenBetriebe als „Meisterwirtschaft“ bezeichnet.
Endlich aber — und das ist vielleicht die Hauptsache — sind dieeinzelnen Arbeitsverrichtungen in dem Betriebe alten Stilsbeseelt. Das will sagen: sie erheischen die Einsetzung der ganzenPersönlichkeit, aller geistigen, seelischen und körperlichen Fähigkeitenund Kräfte, sie verlangen stets eine Entscheidung, eine stete An-passung an den einzelnen Arbeitsvorgang. Das gilt für alle Arbeits-verrichtungen, von der obersten Leitung durch alle Zwischengliederhindurch bis zum letzten Handgriff des ausführenden Arbeiters.Auch die allereinfachste, „ungelernte“ Arbeit, wie Steinklopfen, kannbeseelt sein.
Was ein beseelter Betrieb sei, erkennen wir am besten, wenn wiruns an einigen Beispielen diese Beseelung jeder einzelnen Verrichtungklarmachen.
Am deutlichsten tritt die höchstpersönliche Beschaffenheit, auchder geringsten Arbeitsleistung, in der Landwirtschaft zutage, wofast jede Verrichtung den ganzen Menschen erheischt. Man denke andie Wartung des Viehes! Hier steht der Arbeiter fast immer vor einerneuen Aufgabe. Denn sein Arbeitsgegenstand ist in jedem Fall einanderer: ob die Sau sechs oder acht Ferkel wirft, ob die Kuh leichtoder schwer die Milch gibt, ob das Wagenpferd einen guten oderschlechten Tag hat: immer muß der Arbeiter auf die Eigenart der Lage