Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
Entstehung
Seite
982
Einzelbild herunterladen
 

982

Schluß: Die Gesamtwirtschaft

Erst seit den Jahren 1904/05 ist ein Wandel eiDgetreten infolge desAnsteigens der Baumwollpreise.

Den (nicht nur im bildlichen Sinne) dunkeln Hintergrund dieserTragödie bildet aber wiederum die Bevölkerungsstatistik. Die Bevöl-kerung auch in den altbesiedelten Baumwollstaaten hat seit den 1860 erJahren sich außergewöhnlich rasch vermehrt: in 9 Staaten von 6,5 Mil-lionen im Jahre 1860 auf 19,0 Millionen im Jahre 1910. Wenn wir vondiesen Staaten Oklahama, Texas und Arkansas als frisches Siedlungs-gebiet absondern, so ergibt sich in den übrigen immer noch folgendeBevölkerungszunahme:

1860

1910

Mississippi . .

. . 791 305

1 797 114

Alabama . . .

. . 964 201

2 138 093

Georgia . . .

. . 1057 286

2 609 121

Süd-Carolina .

. . 703 708

1 515 400

Nord-Carolina .

. . 992 622

2 206 287

Louisiana . . .

. . 708 002

1 656 388

5 217 124

11 922 403

Aber was uns nun erst recht in Erstaunen versetzt, ist dieses: daßauch der freie, weiße Farmer in den neubesiedelten Gebieten der Unionund Kanadas während der abgelaufenen Periode sich keineswegs inguter Lage befunden hat. Seit einem Menschenalter vernehmen wir dieKlagen des nordamerikanischen Bauern, gerade auch dessen, der diegroßen Prärieflächen in Weizenland umgewandelt hat, und noch kurzvor dem Kriege konnte ein gewissenhafter Berichterstatter von denBauern in Kanada schreiben:in the present time the poorest man inManitoba is the farmer (Humphrey Mi che 11, 1. c.).

Wie sollen wir uns diese auffallende Tatsache erklären ? Angesichtsder reichen Ausstattung mit Land, der unabhängigen Stellung desBauern und der verhältnismäßig hohen Stufe der landwirtschaftlichenTechnik % Soweit ein allgemeines Urteil zulässig ist, wird es dahin lautenmüssen:

(1.) Obwohl das Areal, das der einzelnen Bauernwirtschaft zurVerfügung stand, eine ansehnliche Fläche darstellte, war der naturaleErtrag doch nicht übermäßig groß: dank der geringen Intensität de3Anbaus und der teilweisen Abnahme des Ertrages infolge ungenügenderDüngung: siehe das 17. Kapitel unter III.

(2.) Von seinem Ernteertrage muß auch der amerikanische Farmerwesentliche Teile an andere Personen abgeben: zwar nicht an den Grund-