Siebenundfünfzigates Kapitel: Die Bauernwirtschaft
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heim, auch nicht in übermäßiger Weise an den Staat, wohl aber teil-weise an den Geldgeber.
Die Verschuldung der amerikanischen Farmer im ganzen ist zwarnicht hoch nach europäischen Begriffen: 1910 waren erst 33,2% über-haupt verschuldet, und der Anteil der Schulden betrug-nur 27,3% desWertes. Stat. Abstr. U. S. 1923. pag. 145/146. Es verdient aber Beachtung,daß gerade im Wheat beit die Verschuldung beträchtlich höher ist als imDurchschnitt der Vereinigten Staaten: sie betrug im Gebiete der „Nordwest-Zentral“-Staaten 45,6% und stieg beispielsweise in Nord-Dakota auf 50,2%,in Iowa auf 51,2%. Ib.
Was aber schwer ins Gewicht fällt, ist der Umstand, daß der ameri-kanische Bauer sich in völliger Abhängigkeit von den monopolisiertenTransport- und Elevatorengesellschaften und dem Getreidehändler be-findet. Die ausgedehnte Lage des Landes bringt das mit sich.
Von den außergewöhnlich hohen Zwischengeunnnen des Händlers undTransporteurs in Amerika war schon die Bede. Ich teile noch einige weitereZiffern mit: von des Verbrauchers Dollar erhielten an Cents im Jahre 1922zu 1923 bei Kartoffeln:
von
von
Maine nach Boston Minnesota nach Chikago
Landwirt.
30,8
20,6
Aufkäufer.
9,0
15,7
Fracht .
18,2
13,6
Absatzgroßhandel . . .
7,2
HA
Detailhandel.
34,8
39,0
100
100
Im Jahresdurchschnitt 1913—1918
verteilt sich des Verbrauchers
Dollar bei Orangen
wie folgt: es erhielten Cents
Landwirt . .
. 40
Verpacker. .
. 9
Transport . .
. 15
Großhandel .
. 6
Detailhandel.
. 30
100
Bei Haferflock
en (1921):
Landwirt. .
. 17,83
Transport .
2,04
Lagerhaus .
1,73
Verarbeitung
. 8,92
Verteilung .
. 69,48
100
Nach den Berechnungen des Department of Agriculture mitgeteilt
bei J. Hirsch, Wunder 269, 272.