Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

Tie Ecsaiignc» des Pl.nitus.

69

Tynd, Was zaudert ihr noch ihr Fesscln, kommt, legetcuch mn meine Schenkel, ich will euch redlich bewachen.

Hcgio. So bin ich denn rechtschaffen von diesen unglückli-chen Gefangnen hintcrgangcn worden. Der Frcvgcbohrnc gabsich für den Knecht, nnd der Knecht für den Frcygcbohrncnaus. Den Kern habe ich vcrlohrcn, und die Schale hat manmir zum Pfande gelassen. Und durch dieses Blendwerk hab ichmich aus Unvorsichtigkeit schimpflich hintergehen lassen. Doch- - wenigstens soll mich dieser nicht auslachen. He! Colaphus!V'ordalio! Corax! kommt heraus, und bringt die Stricke mit.

Fünfter Auftritt.Die Schergen. Hcgio. Tyndarus. Arisrophonres-Die Schergen. Wir werden gewiß wieder Holz tragensollen.

-Hegio. Gleich fesselt dem Galgcnschwcngcl die Hände.

Tynv. Was soll das heißen ? Was hab ich gethan?

-Hcgio- Du fragst noch, du unglücklicher Sacmann undSchnitter der größten Ucbclthatcn.

Tynv. Warum nennst du mich denn nicht zuerst den Eg-gcr? Denn die Bauern eggen allezeit eher, als sie säen.

-Hegio. Noch so unverschämt kannst du mir vor den Au-gen stehn?

Tynd. Ein unschuldiger Knecht muß unerschrocken seyn,besonders gegen seinen Herrn.

Hegio. Bindet ihm die Hände recht scharf.

Tynd. Ich und also auch meine Hände gehören dir; dukannst mir sie gar abzuhauen befehlen. Aber was ist denn das?Warum bist du denn auf mich zornig?

-Hcgio. Weil du mein ganzes Nornchmcn, das sich aufcuch allein gründete, durch deine verdammten bctrügrischcn Lü-gen, zu nichte gemacht hast. Durch alle meine Rechnungenhast du mir einen Strich gemacht. Durch deine List hast dumir den Philokratcs aus den Händen gespielt. Ich habe ihnfür dcn Knecht und dich für den Frcygcbohrncn gchaltcn. Sonanntct ihr cuch selbst, und so hattet ihr curc Namen ver-wechselt.