62 Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters.
das Thor zu meinem Frcygclaßncn Lordalus, damit cr in dieSteinbrüche gebracht wird. Sagt, daß es mein ausdrücklicherWille wäre, cr solle es nicht schlimmer haben, als die, die esam allcrschlimmstcn haben.
TlynS. Zc im, ich will mich nicht wider deinen Willen er-halten wissen. Setze mich immer in Lebensgefahr, es geschiehtauf deine Gefahr. Ich habe, nach dem Tode, im Tode nichtsUcblcs zu befürchten. Und wenn ich auch das größte Alter er-reichte, so muß ich doch nach kurzem das, womit du mir dro-hest, einmal ausstehen. Lebe wohl, ob du es gleich nicht ummich verdienest. Dir Aristophontes möge es so gehen, wie dues an mir erholt hast. Nur du bist die Ursache meines Unglücks.
Hegio. Führt ihn fort.
Tynd. Das einzige bitte ich euch; wenn Philor'rates wie-der zurück kömmt, macht, daß ich mit ihm sprechen kann.
-Hegio. Ihr seyd unglücklich, wo ihr ihn mir nicht gleichaus dem Gesichte führet.
Tynd. Nu, das heißt doch noch Gewalt brauchen, einziehen und stoßen zugleich
-Hcgio. Er wird an seinen verdienten Ort gebracht. Ichmuß wegen der andern Gefangnen nothwendig ein Exempel sta-tuircn, damit andre nicht auch so ein Bubenstück wagen. Wennich es nicht thäte, da man mir doch diesen Streich so öffentlichgespielt hat, so würde jcdcr sagen, cr wolle mir mcincn Sohnfrcy schaffen, und mich also bctrügcn. Ich habe mirs nun scstcvorgenommen, kcincm mehr zu glaubcn. Es ist genug, daß icheinmal bin betrogen worden. Ich armer Mann hoffte mcincnSohn dadurch aus der Gefangenschaft zu bcfrcycn. MeineHoffnung ist zu Schanden worden. Einen Sohn habe ich schonvcrlohrcn, den mir cin Knecht als ein Kind von vicr Zahrcncntwendct hat. Ich habe wcdcr des Knechts, noch des Soh-
° Ich weis nicht, wie einige Erklärer des Plaulns diese Ironie nichthaben einsehen können, daß sie ihre Erläuterungen so weit hcrgcsucht haben.Wenn die Alle» bey erlittener Gewalt schrien: liae« vis «N, so wollten siezugleich nni Hülfe rufen, welches aber dem Tyndarus hier ganz unnö'thiggewesen wäre. Man wird es durchgängig finden, je gelehrter die Commcntato-res sind, je weniger Witz lassen sie dem Schriftsteller, den sie erklären wollen.