Die Gefangnen des Plcnttus. 76
Niger thun müssen, als die Billigkeit crfodcrtc? Wie bekümmertmich mein Verfahren! O könnte was geschehen ist, nicht gesche-hen seyn. Doch hier kömmt er in seinem Schmucke. Was fürein uncrschrockncs Ansehen giebt ihm seine Tugend!
Vierter Auftritt.Tnydarus, Hcgio- philokrates. Stalagmus.
Tfndarus, Ich habe doch oft viel höllische Strafen abge-malt gesehen, aber was kann die Hölle gegen die Stcingrubcnseyn, woraus ich komme? Das ist doch noch ein Ort, der ei-nem nicht einen Tropfen Schweiß im Leibe läßt. So baldman herein kömmt, bringen sie einem Schubkarn, Hacke undSchaufel, von einer klein wenig dauerhaftem Art, als die sind,welche man den Kindern zum Spielen giebt". Ich bekam aucheine ganz zierliche Spitzhacke, mir die Zeit zu vertreiben. - - -Doch, da steht Hcgio vor der Thüre - - und, wie ich sehe, soist auch mcin Hcrr aus Elis wicdcr zurück gekommen.
-Hegio. Umarme mich, mcin licbstcr Sohn.
Tyiis. Was? Ich dein Sohn? Ha! Ha! Zcb mcrkc baldwarum du dich meinen Vater, und mich deinen Sohn nennest.Vielleicht, weil du mich, wic cs dic Acltcrn thun, ans Lichtbringest?
Philob', Sey gcgrüßct, Tyndarus.
Tynd. Du auch, für dcn ich soviel ausstehen muß.
philok. Dafür wirst du numchr in Freyheit und Reich-thum versetzt. Sichc, das ist dein Vater! Das ist der Knecht,der dich ihm als ein Kind von vier Jahren entwendet, und anmeinen Vater für (> Pfund verkauft hat. Er schenkte dich mir,weil wir in einem Alter waren, zum eigenthümlichen Knechte.
° Es lautet in dem Originale ein wenig anders, ich mußte abce noth-wendig davon abgehen, weil wir im Deutschen kein Wort haben, das zugleichWiedehopf lind eine Spitzhacke bedeute, wie das lateinische Vinw-l ist. Ichhabe dergleichen Abweichungen »och hin und wieder gemacht, ohne sie ange-merkt zu haben; denn cs ist meine Absicht nicht, daß man alle Worte desPlautus aus meiner Ucbcrsctzung soll verstehen lerne») ich habe sie bloß ge-macht, damit dic komische» Schönhcitcn desselben mtter uns ein wenig be-kannter würden.