Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
81
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Critik über die Gefangne» des Pl.nitns. 81

Dieses kleine Werk ist gewiß eines der vortrefflichsten in sei-ner Art, und enthält so vieles, so zu Ihrem Vorhaben dient,daß ich hoffen darf, Sie werden wenigstens einer Übersetzung'')des 7 und 8tcn Hauptst., darinne von der theatralischen Dekla-mation lind dem Singen eines Schauspielers gehandelt wird,einmal einen Platz in ihren Beytragen vergönnen. Sie verdie-nen es so wohl als die Abhandlungen des Corneille, und viel-leicht ist der Nutzen davon allgemeiner. Es scheint übrigensnicht, als habe der Verfasser der deutschen Dichtkunst diesesBuch gesehen, wenn er da, wo von dem Vortrage und derAussprache der spielenden Personen gehandelt wird, verschiedeneSchriftsteller anführt, die meines ErachtcnS lange nicht so aus-führlich davon gehandelt haben, als dieser.

Doch ich entferne mich allzuweit von meinem Zwecke undkomme eilends zu dem Plautus, den Sie sich zu Ihrem Heldenerwählt haben; worinnc Sie so glücklich gewählt, als eine Da-tier und ein Limicrs, obschon Horaz gesagt:Daß seiner Väter Mund des Plautus Scherz und KunstIm Lustspiel sehr gelobt, allein aus blinder Gunst.

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Zhrc Ausdrücke aber, deren Sie sich bedienen, so oft Sie Ih-res Dichters gedenken, sagen deutlich genug, daß Sie sich vor-genommen haben, ihn nur zu loben. Ihrem angenommenenSatze selbst: rvider die Gewohnheit der Runstrichter mehrzu loben als zu radeln, ist dieses vollkommen gemäß. Verzei-hen Sie cS also meiner Gemüthsart, welche zum Unglücke keineeinzige von den Eigenschaften hat, die einen Lobrcdncr aus-machen. Ich werde den Plautus nur tadeln. So wenig esaber vernünftig seyn würde, wenn man sagte, Sie behaupteten,daß Plautus ganz ohne alle Fehler, und alles an ihm lobcns-würdig sey: eben so unbillig wäre es, wenn man mir Schuld

>>) Wir werden ehestens zeigen, daß wir guten Nach anznncl'mcn wisse».Gleichwohl scheinet mir auch dieser Schriftsteller von der theatralischen Dekla-mation nicht zureichend gehandelt zu haden. Das beste, was ich mich überdiese Maleric jemals entsinne gelesen zu haben, ist das schöne ilalicnischc Ge-dicht des Herrn Ricoboni von der Kunst zu cigircn; vornehmlich abcr dasganz neue Werk: I« Oinellis».

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