84 Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters-
Plautus haben Sie uns hinlängliche Nachricht ertheilet; da Sieaber von allen Übersetzungen so wcitläuftig gehandelt, so wun-dert mich, warum Sie der vortrefflichen Übersetzung des Eostcnicht mit mchrcrm gedacht, und sie nur mit dem kurzen undguten Ruhme, Sie Arbeit se>- glücklich gerathen, abgefertigethaben. Ich bin daher auf den Argwohn gekommen^), daß Sievielleicht diese Übersetzung nicht selbst gesehen haben. Sie istunter dem Titel: les Laptit«, Lomväio äo pl-nito, traelwtv er»i'r-ui^oi« lnoe tlos romarttuos psr Ntr. Lotto, in Amsterdam 1746 8vc> herausgekommen. Der lateinische Text ist zur Seitebcygcdruckt, und die Anmerkungen enthalten lauter artige undlehrreiche Gedanken, die zu dem Verstände des Gedichts nöthigwaren, und die Ihnen vielleicht würden haben nutzen können,wenn Sie das Buch bey der Hand gehabt hätten. Man siehtaus vcrschicdncn Stellen, daß Herr Eostc eine zweyte Ausgabemit verschiedenen Verbesserungen davon zu liefern Vorhabensgewesen ist, so aber meines Wissens unerfüllt geblieben.
Dieser Ihr Vorgänger hat sich bemüht in einer sehr wohl-geschriebiicii Vorrede zu erweisen, daß dieses Lustspiel nach allenRegeln des Theaters sey. Seine Gedanken hiervon sind sehrschön. „Dieses Stück, sagt er, scheint mir vollkommen rcgcl-„mäßig - - - Die Einheit der Handlung fällt in die Augen„- - Die Entdeckung der Bctrügercy des Tyndars fließt sehr„natürlich aus dem innersten Stoffe, und dieser Zwischcnfall,„welches der einzige im ganzen Stücke ist, macht den Knoten„durchgängig auS - - Die Wiederkunft des Philokrctt löset ihn„sehr ungezwungen. Aus einem so einfachen Stoffe, worinnc
e) Es ist wahr; besonders gedruckt war mir diese Ucbcrsetzuug damalsnoch nicht vorgekommen, ich kannte sie aber aus Limicrs Ucbersetzung, wosie von Wort zu Wort eingerückt ist. Doch auch diese, die Wahrheit zugestehen, hatte ich nicht bet? der Hand; welches mir in so weit ganz lieb ist,weil ich mich vielleicht durch sein Beyspiel zn einigen Fehlern, die ich her-nach bemerken will, hätte können verleiten lassen. Ucbeigcns hat doch derVerfasser dieses Briefes eingesehen, daß mcinc Absicht gar nicht gewesen, alleAusgaben des iPlautus anzuführen; sonst würde es ihm weit leichter, alseinen, von meinen Bekannten, geworden seyn, noch ein halb Dutzend von mirübergangncr Ausgaben, ich weis nicht aus was für Katalogen zusammenzu stoppeln und gnädigst niitzutbeileu.