Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
114
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114 Beytrüge zur Historie und Aufnahme des Theaters.

gnügcu einmal eine rechte Mahlzeit anrichten zu können. So-bald also Hcgio weg gehet, bricht cr in die Worte ans:Er geht fort? und mir überläßt cr die Verwaltung des gan-zcn Küchcnwcscns? Ihr unsterblichen Götter welch Glück!O welche Schlacht will ich unter dem Nichc anrichten! wieviel Köpfe werde ich lassen herunter schmeißen! Welche Ver-heerung will ich unter dem Specke und den Schinken anrich-tcn! Wie werde ich das Fett so dünne machen! und wie willich die Schlächter durch viel Arbeiten abmatten! Doch washalte ich mich auf, hier lange zu erzählen, womit ich meinenBauch zu füllen gedenke? Zch gehe hin, mein großes Amtselbst anzutreten. Ueber den Vorrath werde ich das Urtheil'sprechen, und den unschuldig aufgchangncn Schinken eiligst zuHülse kommen."

Zch bin gewiß, daß Ihnen selbst der Ausdruck im ersten Auf-tritte des fünften Auszuges, wodurch Sie die Worte statn-r verliere-!,eine sckl«gefaule Vilosaule übersetzt, nicht gefällt. Was istdas?"") Costc hat dieß besser übersetzt, wenn cr sagtcotidolo iov, «M meritv ä'vtre roue eon^i8."

Dic Art, wic Sic dic Stcllc dcs Stalagmus gleich im An-fange des zweyten Auftritts im fünften Auszüge übersetzt haben,ist sehr natürlich, und ich glaube, daß dieses wirklich der Sinndcs Dichters ist. Costc hat cbcn so übersetzt, wenn cr sagt"'):«ju<z peut-on irtton<,ro <1o moi, II UII Iiommo clo votro mvrito nos-rit pas loru^nlo clv «lonnor s.c.« ontorsos n la vvrito? ^jo n'.ü jn-mkt!s et«' Iio-ru »! jn!v oto.

Daß eine Sprache vor der andern manchmal gewisse Wortc,

»A) Ich sollte kaum glauben, daß ein Deutscher diesen Ausdruck nichtversteben sollte. Eine schlägefaule Bildsäule ist liier ein Kerl, bey demdic Schläge cbcn so wenig sruchtcn würdc», als bey einer Bildsäule. Ge-fällt jemanden dic französische Url'crsctznng dicscs Ausdrucks besser, so kannich es leicht zufrieden scvn. Nnr habe ich rs nicht für gnt bcfundcn ausdem, was ^plautus mit zwcn Worten sagt, acht bis neun Wortc zu machen.

dli) Ncin Loste hat es nicht so übersetzt. Bey ihm will bcr Knccht sa-gcn: Wcnn du dic Unwahrhcit redest, wic vielmehr soll ich sie nicht rcdcn,der ich niemals was getaugt habe? Bey mir aber sagt cr: Zch habe dir dri-ncu Sohn entführt, und du sprichst glcichwohl, ich scr> cin fcincr Knccht ?Was muß ich denn noch thun, daß du richtiger von mir urthcilcu lernst?