Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
120
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'120 Beyträge zur .Historie und Aufnahme des Theaters.

man dem Plautus ein so groß Verbrechen macht, lind behaupte,daß keine einzige ans eine Art abgcfassct sey, welche unschuldigeGemüther vcrsührcn könne. Sie sind insgesammt allzu rauh,nnd können nichts als Abscheu erwecken. Za, ich müßte michsehr irren, wenn man nicht von dem, was unsre feinern Köpftdas Schalkhafte zu nennen belieben, einen weit größer» Scha-den zu besorgen hätte. Das Gift, welches man uns unvermerkteinflößet, verfehlt seltner seine Wirkung, als das, welches manuns offenbar aufzudringen sucht. Doch ich will mich itzo hier-über nicht weiter einlassen; genug wenn ich nur zeigen kann,daß in den Gefangnen nicht das geringste zu finden ist, dessensich Plautus , auch wenn er in unsern Zeiten gelebt, zu schämenhätte. Ich habe in dem zweyten Stücke bey Gelegenheit gesagt:daß jc gelehrter die Commcntatorcs sind, je weniger Witz lie-ßen sie dem Schriftsteller, den sie erklären wollen." Jctzo will

° Es scheint, als ob man meine Beschuldigung nur für einen bloßenEinfall angenommen habe; allein, wenn es darauf ankommen sollte, so wollteich mit mehr als hundert Beyspielen die Wahrheit derselben bestärken. Ei-nes davon habe ich allzu große Lust hier anzuführen, weil es mir gar zu be-sonders zu seyn scheinet. Zm ersten Auftritte des ersten Auszuges des Cur-cnlio stehet ein Jüngling nebst seinem Knechte, nnd einigen andern, die erbey sich hat, neben einem Altare der Bcnns. Es ist noch ganz früh, nndspricht also, er möchte gern der Wenns ein Frühstück zum Opfer bringen.Was denn? fragt der Knecht. Mich, dich, nnd diese alle, antwortet der Herr.Wie? spricht der Knecht, willst dn, daß sich die Bcnns übergeben soll? DieStelle selbst heißt so:

/N. Ale inkerro Veneri vovi iiliu iviilaculnm.«Zuiit Knlepvnvs Veueri » iLiilaoiilo?

Sie, Iv, !Uli»>z Iwtce vwiws. /^a. Xum tu Vollerem vomei'v vi«?Wer sieht nicht sogleich, daß der Knecht sagen will: wenn dn nns ihrwillst zum Frühstücke vorsehen, so wird es ihr gewiß schlecht bekommen. Wirsind so ein niedlicher Bissen, daß sie sich nothwendig wird übergeben müssen!Der Einfall ist knechtisch, aber so dcntlich, als er nnr immer seyn kann. Gleich-wohl will Tan. Faber nns in einem Briefe an Sarravinm versichern, daßniemand diese Stelle verstanden habe, noch verstehen könne. Er habe langegesonnen, was wohl dal'intcr stecken möge, nnd endlich wäre er ans den Ein-fall gekommen, sie in das Griechische zn übersetzen, woraus sie ohne Zweifelgenommen wäre. Er habe es gethan, und endlich diesen sehr richtigen grie-chischen Vers heraus bekommen:

<?x X«!, icn>?<z'vT. n«. )10T1^ ^HZ^oölri^ A^c^? k,«,k<5«,.

» 5c«ol habe er ausgerufen, inuv iMm esl <i»»ci <l»!>eris. Er mcynt näm-