Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
124
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424 Beyträge zur Historie und Isufmchlue des Theaters'.

vor einigen Jahren ist sie uns von einer geschickten Feder i»den critiscüen Beiträgen geliefert worden. Wir würden sieallzu wenig loben, wenn wir nur sagen wollten, daß sie diegregorische bey weitem übertreffe. Eine gute und schlechte Ar-beit muß man auch nicht einmal mit einander vergleichen, wennman beyden will Recht wiederfahrci: lassen. Wir schließen nichtohne Grund, daß Herr M. Grcgorius seinen Aorgängcr garnicht müsse gekannt haben; welches ihn zwar von dem Verdachtedes Ausschrcibcns bcfrcyct, in der That aber zu einer Schandegereicht. Bey einem Schriftsteller muß es das erste seyn, sichzu erkundigen, wie weit es andre in der Arbeit, die er unter-nimmt, schon gebracht haben. Und besonders ist ein Ucbcrsctzcrverbunden, keine Schrift vorzunehmen, von der man schon eineUcbcrsctzung hat, wenn er nicht gewiß überzeugt ist, daß er eineungleich bcßrc liefern kann. Hätte der Herr Magister gewußt,daß diese Rede schon übersetzt sey, so würde er es gewiß unterlas-sen haben, die Welt mit ein Paar Bogen voller Schulknabcn-schnitzcr zu beschenken, und sein Bißchen Ehre würde auf dieserSeite auch keinen Abbruch gelitten haben. Unser Urtheil würdesehr ungerecht scheinen, wenn wir cS nicht bewiesen. Wir wollenihm also in aller Kürze Stück vor Stück zeigen, daß er erstlichdie lateinische Sprache sehr schlecht verstehe; daß er andernsfast eben so wenig der deutschen gewachsen sey, und welcherlei)drittens seine Anmerkungen schlecht sind.

Non dem ersten Stücke wollen wir nur ein Paar Stelle»anfuhren, welche allzu deutlich in die Augen fallen. Weis dennder Herr Magister nicht, was -ipn-u-aws tiguiarum heißt, daßer es durch Zubereitung von Figuren übersetzt? Es ist zwarwahr, in seinem Wörtcrbuchc wird er Ansialt, Zurüstung unddergleichen gefunden haben; allein, Gcnadc Gott, wenn ein Uc-bcrsctzer noch das um Rath zu fragen gezwungen ist! Kann derHerr Magister seinen Tcrt verstanden haben, wenn er auf der34 Seite übersetzt? Wie machen es die alten lateinischenund griechischen tLragödicnschreiber? Gewiß, dieselben ha-ben ihre Zuschauer mir keinem Vergnügen erfüllt; indem siein ihren Erdichtungen alle andre Leidenschaften, nur nichtdie A.iebe, ausgedruckt. Mie macht es Plautus ? Römmc