134 Beyträge uir Historie uud Aufnahme des Theaters.
gcn anbringe, die das Verbrechen verkleinern, wenn sie es nichtgänzlich ablehnen können. Erstlich ist cs falsch, daß die bey-den Ocrtcr, der Ort wo der Schauplatz ist, und der Ort, wo-hin Philokratcs reiset, den Philopolcmus srcy zu machen, nachder Rechnung meines Gegners, 12 deutsche Meilen von einan-der gelegen haben. Die Rechnung, an und für sich selbst, istzwar richtig, allein an den Suppositioncn derselben habe ichvieles auszusetzen. Der Schauplatz ist in Actolicn; so viel istgewiß. Woher weis man aber, daß der Ort, wo ihn Plautushin verlegt, Calydon sey? Kömmt in dem ganzen Stücke diegeringste Spur davon vor? Da sich mein Gegner auf nichts zugründen hat, warum hat er nicht lieber einen Ort ganz aufden Gränzen von Actolicn dazu erwählt? Was nun den Ortanbelangt, wohin Philokratcs reiset, so nennt ihn Plautus Elis.Was für Ursache aber hat man, zu glauben, daß Plautusdie Hauptstadt der Provinz dieses Namens meyne? Kann crnicht vielmehr die ganze Provinz verstehen wollen, so daß cr csuns frcy stcllct, den nächsten den besten Ort in Gedanken zuhaben? Wenn man also dem Dichter nicht ohne Noth allzu-großc Ungereimtheiten aufbinden will, so nehme man ein PaarGränzörrcr, die aufs höchste etliche deutsche Meilen von einan-der liegen können. Alsdann könnte Philokratcs diese Rcisc ganzgcräumlich in cincm Tagc gethan haben, da cs ohncdcm cincRcisc zu Wasser, wahrscheinlicher Weise über den korinthischenMeerbusen, war. Freylich, wenn man mit allcr Gewalt Schwic-rigkcitcn machen will, so kann man sich auch hier einbilden, daßan dem Tage gleich vielleicht contraircr Wind könne gewesenseyn, und alsdann kömmt Plautus gcwiß zu kurz, suin an-Oern: gesetzt, wie ich selbst dafür haltc, Plautus habe dic Rück-kunft allzusehr beschleunigt, man mag die beyden Ocrtcr so nahebeysammen annehmen als man will; so finde ich doch hicrinncnichts als ein Vergehen, das cr mit hundert alten und neuenDichtern gemein hat. Zn wie vielen theatralischen Stücken cr-fodcrt die Handlung, wenn sie wirklich geschehen soll, nicht weitmehr Zeit als dic Borstctluug dcrsclbcn vorbringt, wo dic vierund zwanzig Stunden zu gar keiner Entschuldigung dienen kön-nen? Corneille hat in seiner dritten Abhandlung gcnugsamc
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