Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136 Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters.

die Gefangenen selbst seyn. Mehr weis ich in der That nicht indiesem Punkte zum Vortheile meines Dichters beyzubringen, ichglaube aber doch daß es genug seyn wird, zu zeigen, daß ernur alsdann einige kleine Schönheiten der Kunst aus den Au-gen gesetzt hat, wenn er großer« und wesentlichem Schönheitenhat Platz machen wollen.

Ich will mich zu einigen andern kleinern Vorwürfen meinesGegners wenden. Die sogenannten Apartc sind ihm sehr an-stößig, und sie müssen es allen Leuten von Geschmack seyn.Doch haben sie auf den Theatern der Alten nicht so viel un-wahrscheinliches gehabt als sie bey uns haben. Die Bühne derRömer war von einer besondern Größe, daß es ganz wahr-scheinlich war, daß eine Person die andre nicht hörte, wenndiese auf der, und jene auf dieser Seite stand. Zum Exempelder zweyte Auftritt des vierten Auszuges ist der unnatürlichsteeben nicht. Ergasilus ist vorne auf der Bühne, das Hans desHcgio ist in dem Hintcrthcilc des Theaters, er hatte also, nachder Größe der römischen Bühne, noch Schritte genug bis dahinzu machen, und er konnte noch von vielen auf seinem Wegeaufgehalten werden. Zwar ist cs uns etwas seltsames, daß er,da er so sehr eilen will, gleichwohl so viel unnützes Zeug immerauf einem Platze spricht, ich vermuthe aber, daß dieses bey dengcschäfftig müßigen Knechten der Römer ganz wohl als einefeine Satyrc wird Platz gefunden haben.

Das was mein Gegner wider die Person des Stalagmitssagt, gründet sich größtcnthcils auf das, was er wider die Ein-heit der Handlung eingewendet hat, und in so weit habe ichschon darauf geantwortet. Die Gegenwart des Stalagmus wurdenothwendig crfodcrt, wenn Tyndarus für den Sohn des Hcgiosollte erkannt werden, daß aber dicscs nothwendig war, habe ichaus seinem Charakter gczcigct; und Stalagmus fällt also nichtvom Himmel. Daß aber mein Gegner nicht begreifen kann,wer ihn wieder zurück bringt, das wundert mich. Wahr ists,von sich selbst wiederzukommen, hatte er keine Ursache; Philokratkonnte ihn auch nicht mit Gewalt wieder mit genommen haben,weil er ihn nicht einmal kannte. Allein war denn nicht Phi-lopolcmus in Elis? Konnte ihn der nicht während seiner Gc-