Beschluß der Lrilik über die Gefangnen des PlautuS. 137
fangcnschaft entdeckt haben? Und als einen Knecht seines Natcrs,als einen Räuber seines Bruders hatte er Recht, ihn auch wi-der seinen Willen mit sich fortzuschleppen.
Die Stelle, da Tyndarus zum Schlüsse des Stücks sagt:Nun besinne ick mich auch, roenn ich nachdenke. iÜs ii?mir, als ob ich rvie im Traume einmal geHort harre, da!;mein Vater -Hegio heiße, ist in der That etwas übertrieben,wenn Tyndarus damit sagen will, daß er es in den ersten vierJahren seiner Kindheit, als er noch in seines Natcrs Hause ge-wesen, gehört habe. Allein kann er es denn nicht in Elis ein-mal von seinem Herrn gehört haben, dem es Stalagmus viel-leicht entdeckte, als er mit ihm den Handel traf. Stalagmusaber hat es ohne Gefahr entdecken können, da die Actolicr undClicnscr oft in Krieg mit einander verwickelt waren, und alsocntlaufcnc Sklaven einander wohl schwerlich auslieferten. Wievieles laßt sich entschuldigen, wenn man es nur nicht immerauf der schlimmsten Seite ansieht!
Daß der Schmarutzcr in drey Auszügen allemal der ersteauf der Bühne ist, wird wohl wenigen anstößig scyn. Wenig-stens sind dic Kuustrichtcr, Gott sey Dank, so weit noch nichtgegangen, daß sie Regeln fest gesetzt hatten, in welcher Ordnungdic Personen auf- und abtreten sollten. Wer weis zwar, wasbald geschehen wird, da man jctzo ohnedem dic geringsten Klei-nigkeiten in dcr Poesie auf einen metaphysischen Fuß zu setzenbemüht ist? Ich will in Voraus viel Glück dazu wünschen.Daß übrigens Plautus die Parasiten dazu gebraucht, wozu dlcNeuern den Arlcquin aufgeführet haben, ist ein sehr artiger Ein-fall, dcr aber vielleicht mehr Wahrheit haben würde, wen» manihn umkchrtc, und sagtc, daß dcr Arlcquin dcr neuern komischenDichter ohne Zweifel aus der.Person dcr Parasiten bey den Al-ten entstanden sey.
Ich will gern glauben, daß dic Beschuldigungen meinesGegners, ohngcachtct alles dessen, was ich darauf zu antwortenfür gut befunden habe, in vielen Stücken noch ihre Kraft be-halten wcrdcn. Ich bin auch nicht so blind, daß ich an mei-nem Dichter nicht hier und da einige Unregelmäßigkeiten, einigeüble Scherze und dergleichen sehen sollte; ich sehe sie so gar in