Der bürgerliche Reichtum
„On les a ötourdies (— les nobles —) avec toute la pompe qui en-vironne les cours; on a instituö des fetes pour les amollir; les femmes,qui vivoient dans la solitude et dans les devoirs de l’dconomie domestique,se trouvent flattees d’attirer les regards; leur coquetterie, leur ambitionnaturelle y ont trouvö leur compte; elles ont brille pres du tröne, &raison de leurs charmes. II a fallu que leurs esclaves ne s’dloignassentpoint du sejour de leur puissance; elles sont devenues les reinesde la societd et les arbitres du goüt et des plaisirs... ellesont transformö de pures bagatelles en importantes affaires; elles ontcree le costume, l’etiquette, les modes, les parures, les pröferences, lesconventions pueriles . . . Mercier, Tableau de Paris (1783), 1, 21 f.
Die übrigen Höfe Europas hatten entweder keine Be-deutung für den Gang des Kulturlebens, oder sie waren Ab-klatsche des französischen Hofes. Das gilt insbesondere auchvon dem englischen Hofe, dessen Begründung recht eigentlicherst in die Zeit der Stuarts fällt. Noch in der Zeit Hein-richs VIII. schrieb ein Zeitgenosse: „Every gentleman flyethinto the country. Few that inhabit cities or towns; fewthat have any regard of them 2 .“ Auch der Hof der Elisabethwar nicht das, was wir unter einem modernen Hofe, wie ihnin klassischer Form der französische darstellt, verstehen: esfehlte ihm das wichtigste: die Herrschaft der Frau. Wasparadox klingt, da ja doch eine Frau auf dem Throne saß.Was aber sofort verstanden wird, sobald wir uns klar machen,daß die Herrschaft der Frau vor allem begründet wurde durchdie Herrschaft der illegitimen Frau. Worüber weiter untengehandelt werden soll.
II. Der bürgerliche Reichtum
Ausführlich habe ich anderswo zur Darstellung gebracht,wie aus tausend Quellen während des Mittelalters und dendarauf folgenden Jahrhunderten ein neuer Reichtum hervor-bricht, den wir im Gegensatz zu dem feudalen Reichtum denbürgerlichen nennen können. Die dort gewonnenen Einsichtenverwenden wir hier, um aus ihnen zu lernen, wie sich infolgedieser Reichtumsbildungen die Struktur der alten Gesellschaft