Der bürgerliche Reichtum
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der Ausplünderung Spaniens und Portugals und schließt neueQuellen des Reichtums im fernen Osten auf, dessen Völkeres mittels Zwangshandel, Raub und Sklaverei tributpflichtigmacht.
Im 17. Jahrhundert setzt auch die Reichtumsbildung inFrankreich und England ein. Doch bleibt der „bürger-liche“ Reichtum in diesen beiden Ländern bis zum Ende des17. Jahrhunderts offenbar noch in verhältnismäßig engenGrenzen. Die Finanzgeschäfte, aus denen hier fast aus-schließlich die großen Geldvermögen hervorgegangen sind,nehmen doch erst gegen Ende der Regierungszeit Ludwigs XIV. und nach der Glorious-Revolution einen beträchtlichen Um-fang an.
Dieser Tatbestand tritt deutlich hervor, wenn wir dieeinzige Einkommensschätzung überblicken, die wir aus jenerZeit besitzen: die bekannte Berechnung Gregory Kings 8für das Jahr 1688. Danach belief sich das „Durchschnitts-einkommen“ eines „großen Kaufmanns und Händlers überSee“ auf nur 400 das eines „großen Kaufmanns undHändlers über Land“ auf nur 200 j£; die Zahl jener schätztKing auf 2000, die dieser auf 8000. Diesen „bürgerlichen“Elementen stehen nun aber folgende Vertreter des Grund-besitzes gegenüber:
160 weltliche Lords mit einem durchschnittl. Jahreseinkommen von 2800 £
26 geistliche „
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„ „ 1300 „
800 Baronets
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3
3
00
00
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600 Ritter
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» » 650 „
3000 Esquires
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* » 450 „
12000 Gentlemen
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» » 280 „
Unter diesen werden allerdings schon manche Vertreterdes neuen Reichtums gewesen sein. Aber ich bin sicher,daß, wenn Gregory King auch nur 30 Jahre später seineSchätzung vorgeuommen hätte, würde er der rasch erworbenenReichtümer der Börsenspekulanten und Südseeschwindler Er-wähnung getan haben, die während des zweiten Jahrzehnts