Druckschrift 
1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Der neue Adel

15

Leben anwuchs. Zunächst gilt es als selbstverständlich, daßnur der Rittergutsbesitzer vornehmer Abstammung oderhöchstens der Vertreter eines liberalen Berufes (wie derAdvokatur) einGentleman sein kann. Das ist durchausnoch die Auffassung zur Zeit der Elisabeth, von der unsThomas Smith ein anschauliches Bild entwirft. Höchstenskonnte man ein Mitglied der Gentry werden durch den Er-werb eines adligen Gutes, wenn man in diesem Sinne die WorteHarrisons auffassen will:citizens and burgesses have

next place to gentlemen 6 , yetthey often change estatewith gentlemen as gentlemen do with them, by a mutualconversion of one into the other. Diese Auffassung hat sichschon wesentlich bis gegen das Ende des 17. und den Anfangdes 18. Jahrhunderts umgebildet; da gilt es nicht mehr alsausgeschlossen, daß die Kinder eines Geschäftsmannes, nurweil er zu Reichtum gelangt ist, nach ein oder zweiGenerationen Gentlemen werden. Das ist die Meinung,die Defoe etwa vertritt:

Trade is so far here from being inconsistent with aGentleman that in short trade in England makes Gentlemen,and has peopled this nation with Gentlemen ; for after ageneration or two the trades mens children, or atleast their grand children, come to be as good Gentlemen:as those of the highest birth and the most ancientfamilies 6 .

Aber doch erst die Söhne oder Enkel eines zu Reichtumgelangten Kaufmanns (Tradesman bezeichnet bei Defoe sowohlden Engros- wie den Endetail-Kaufmann). Der bloße Reichtummacht aber allein den Gentleman noch nicht: Defoe selbstunterscheidet scharf den Kaufmann, auch den reichen, derein viel besseres Auskommen hat, als der vielfach in gedrücktenVerhältnissen lebende Gentleman, von diesem.

Der Tradesman, solange er das Geschäft innehat, lebtunter seinenfellows: hat er sich vom Geschäft zurück-