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Erstes Kapitel: Die neue Gesellschaft
in Moirans, unterzeichnet sich bei einer Taufe als Comte deSampigny, Baron de Dagouville, Seigneur de Brunoy , Seigneurde Villers, S. de Foucy, S. de Fontaine, S. de Chateauneuf etc.
Zu diesen drei Wegen, zum Adel zu gelangen, kam gegenEnde des 17. Jahrhunderts noch
4. der Kauf: 1696 wurden 500, 1702 200, 1711 100 Adels-briefe verkauft.
Kein Wunder, wenn schließlich der französische Adel fastnur aus nobilitierten Turcarets bestand. Es ist keine Über-treibung, wenn Cher rin sagt, daß das, was man im 17. und18. Jahrhundert in Frankreich „Noblesse“ nannte, im wesent-lichen „du tiers ötat enrichi, elevd, döcorö, possessionnö“ sei;wenn der Marquis d’Argenson um die Mitte des 18. Jahr-hunderts schreibt, daß hei der Leichtigkeit, den Adel für Geldzu erwerben, es keinen Reichtum gebe, der nicht alsbaldadlig würde.
Die ziemlich genaue Statistik, die wir von dem Beständedes Adels beim Ausgang der Französischen Revolution be-sitzen, bestätigt die Richtigkeit dieser Urteile: man zähltedamals 26 600 • adlige Familien; unter diesen gehörten abernur 18—1400 dem Uradel (der „noblesse immömoriale ou derace“) an, während von den übrigen allein 4000 Beamtenadelwaren. Der Anteil, den die Haute finance an der Zusammen-setzung des französischen Adels hatte, ist nun aber nochweit größer, als jene Ziffern zum Ausdruck bringen, wennwir auch hier wieder die außerordentlich zahlreichen Ver-heiratungen Adliger mit reichen Erbinnen der Roture in Be-tracht ziehen.
Dieser Verschmelzungsprozeß ist im Anfang des 17. Jahr-hunderts offenbar schon in vollem Gange, wenn wir dem altenPolterer, dem Marquis deSully, Glauben schenken wollen,der darüber bittere Klage führt: „que les idöes sont changöeset que l’or met le prix ä tout. Et comment cela n’arriverait-ilpas, puis qu’on voit la Noblesse elle-meme penser sur cet