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Zweites Kapitel: Die Großstadt
Das 18. Jahrhundert bringt folgende Verschiebungen:
Die Zahl 200000 überschreiten die Einwohner vonMoskau, Petersburg, Wien, *Palermo (1795 : 200162). Nichtweit davon bleibt Dublin ( 1798 : 182 370, 1753 : 128 870,1644 : 8159).
An die 100000 kommen heran: Hamburg, Kopenhagen ,Warschau. Berlin steigt auf 141283 (1783), *Lyon auf 135 207(1787).
*Neapel nähert sich der halben Million (1796 : 435 930),London der Million (864845 nach dem Zensus von 1801),*Paris hat beim Ausbruch der Bevolution 640—670000 Ein-wohner.
II. Die Entstehung und die innere Gliederungder Großstädte
Schauen wir uns aber um, was diese Städte so groß ge-macht hatte, so finden wir im wesentlichen noch dieselbenStädtebildner am Werke wie während des Mittelalters.Auch (und gerade!) die Großstädte der frühkapitalistisehenEpoche sind Konsumentenstädte in hervorragendem Sinne.Die Großkonsumenten sind die uns bekannten: die Fürsten ,die Geistlichkeit, die Granden, zu denen sich nun eine neue,wichtige Gruppe gesellt: die Haute finanee (die man füglichals „Konsumenten“ einsetzen darf, ohne beileibe! ihrer „pro-duktiven“ Funktion im volkswirtschaftlichen Organismus Ab-bruch tun zu wollen). Die größten Städte sind darum sogroß, weil sie Sitze der größten (und meisten) Konsumentensind; die Ausbreitung der Stadtkörper ist also im wesent-lichen einer Konzentration des Konsums in den städtischenMittelpunkten des Landes geschuldet.
Die Richtigkeit dieser Ansicht läßt sich zunächst e con-trario erweisen: mit dem Hinweis darauf, daß die „Pro-duzenten“, Handel und Industrie, noch immer nicht die Sitze,