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Der Sieg des Illegitimitätsprinzips in der Liehe

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Gestaltung des Liebeslebens:11 y a tousiours de Pimpötuositd frangoise: das jüngere Frankreich war noch zu stürmisch, um alle Freuden der Liebe, wie es Montaigne gerne sieht, auskosten zu können. Er rühmt neben den Italienern die Spanier als Meister des Liebesgenusses:pour arrester sa fuyte et lestendre en pröambules entre eulx, tout sert de faveur et de röcompense: une oeillade, une inclination, une parole, un sigue . .

Aber das sollte sich gründlich ändern. Mit den Yalois kommt italienische Kultur nach Frankreich und mit dieser der Frauendienst. Schon Brantöme rühmt die französische Liebeskunst. Unnötig zu sagen, daß im 17. und 18. Jahr­hundert Frankreich die hohe Schule der Liebe wird, die es bis heute geblieben ist. Daß in Frankreich aber erst das Liebesieben seine letzte Verfeinerung bis zur Perversität er­hält, und daß das Leben um der Liebe willen ja recht eigent­lich der Sinn des 18. Jahrhunderts wurde, das in Paris seinen Geist zu höchster Vollendung entwickelt hat. In den Fragonard, Boucher, Greuze kulminiert die Zeitepoche, die mit Boccaccio und Pietro Perugino begonnen hatte; oder richtiger: lebt sie sich aus, denn den Höhepunkt bezeichnen doch vielleicht die Tintoretto, Kabelais, Ariost und Rubens. Die Theoretiker der Liebe, die zurzeit der Minnesänger Cappellanus, dann Laur. Valla, dann Bembo gewesen waren, werden Brantöme und Rötif de la Bretonne und schließlich wohl der Marquis von Sade.

(Das scheint ja eine notwendige Entwicklung zu sein, die sich nun schon in zahlreichen Kulturen fast gleichmäßig ab­gespielt hat: dieEmanzipation des Fleisches beginnt mit schüchternen Tastversuchen: dann folgt eine Epoche starker, natürlicher Sinnlichkeit, in der ein freies, naives Liebesieben zu voller Entfaltung gelangt. Dann kommt die Verfeinerung, dann die Ausschweifung, dann die Unnatur. Auch in diesem notwendigen Kreislauf scheint die tiefste Tragik des Menschen-