Die Fürstenhöfe
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das Ende des 15. Jahrhunderts veranschlagte man 73 die Ein-künfte von
. . 1000 000 Goldflorin. . 600000 „
. . 600000
. . 300000
. . 200-260000 „
Diesen Ziffern stehen gegenüber die P /2 Mill. Scudi, dieFranz I. ( oder Heinrich II.) für ihre Hofhaltung aufwendenkonnten. Der venetianische Gesandte (Marino Cavalli), demwir diese Schätzung verdanken 74 , fügt der Ziffer die Bemerkunghinzu: „Wenn Ihr den Hof von Frankreich sähet, würdet IhrEuch über eine so hohe Ausgahesumme nicht wundern. Erunterhält für gewöhnlich 6, 8, 10 bis 12 000 Pferde. SeineVerschwendung (prodigalitä) kennt keine Grenzen. Die Reisenvermehren die Ausgaben mindestens um ein Drittel, wegen derMenge Maulesel, Karren, Sänften, Pferde, Diener, die er dazubenötigt, und die das Doppelte wie gewöhnlich kosten.“ Einanderer Gesandter schätzte die Suite, die dem König folgte,auf 8000 Pferde 75 . Die Verteilung der IV 2 Mill. Scudi (dieetwa 10 Mill. Fr. heutiger Währung entsprechen) auf dieeinzelnen Ausgaben war (nach derselben Quelle) die folgende:100000 für Wohnungszwecke, 150000 für Jagd, 100000 fürFeste, 100 000 für Kleidung und Geschenke, 200 000 fürden Hofstaat des Königs, 300 000 für den Hof halt derKönigin.
Da es lehrreich ist, die Entwicklung der einzelnen Aus-gaben zu verfolgen, so teile ich noch eine Aufstellung auseinem andern Gesandtschaftsbericht mit, die, soviel ich sehe,bisher nicht beachtet worden ist 76 . Im Jahre 1542 belief sichdie Gesamtausgabe des Königs von Frankreich auf 5 788000 1.(das Livre turn, hat von 1541 —1560 den Metallwert von3,34 Fr. heutiger Währung).
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