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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
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Viertes Kapitel: Die Entfaltung des Luxus

aut Fortuna e faece hominum extulit 91, in größeren Mengenauftauchen. Diese Etappen bilden ebensoviele Schichten indem Aufbau des modernen Luxus: in dem wir also ebensowie in der Geschichte des Reichtums die italienische Epochedes 14. und 15. Jahrhunderts, die deutsche des 15. und 16. Jahr-hunderts, die spanisch-holländische des 17. Jahrhunderts unddie französisch-englische des 18. Jahrhunderts unterscheidenkönnen.

Für unsere Betrachtung hat die größte Bedeutung immerder ungeheure Ruck, den die europäischen Völker seit demBeginne des 18. Jahrhunderts in der Richtung desWohl-standes und vor allem des Wohllebens vorwärts tun: in dieserPeriode spielen die Richards schon eine sehr wichtige Rolle.Die entscheidende Wandlung bestand wohl eben darin, daß injener Zeit, namentlich seit 1720, der Luxus immer weitereKreise ergriff. Wir können das aus den Haushaltungsbüchernersehen, deren viele aus jener Zeit uns erhalten sind: manempfindet um die Mitte des 18. Jahrhunderts in den oberenSchichten den Abstand gegen das 17. Jahrhundert ebensodeutlich in den reichen Ländern, wie wir Deutsche etwa dender heutigen Zeit gegen die Jahre vor 1870:on a bien dela peine ä sentretenir aujourdhui avec ce qui reste 92 :solche Klagen (deren ich in einem anderen Zusammenhängeschon mehrere angeführt habe) begegnen uns häutig. Undwir werden uns über die darin zutage tretenden Ansichtennicht wundern, wenn wir erfahren, daß ein großer Teil dergroßen Vermögen, die in jener Zeit erworben wurden (ich habeeinige Proben von den Einkoinmensverhältnissen im 18. Jahr-hundert gegeben: siehe den 2. Abschnitt des 1. Kapitels), inLuxusausgaben vertan wurden. DEpinay gibt von 175117551500000 1. aus. Roussel verputzt 12 Millionen, Dupin de Che-nonceaux 78, Savalette 10, Bouret 40. Der Graf von Artois,der Nachbar des reichen Faventenös, meinte:Je voudrais bienfaire passer chez moi un bras de ruisseau dor qui coule de son