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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
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Die Nachfolge der Kavaliere und der Protzen

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einer Partie Quinze 80000 Taler; der Graf Jean Du Barry (derTypus des verlumpten Grand Seigneurs im 18. Jahrhunderts)verliert in einer Sitzung 7000 Louis und rühmt sich, bei derfünften Million angelangt zu sein. 1717 gab es 62Spielhöllenin Paris .

Verachtung des Geldes und alles Geldwerten 96 : Der Mar-schall Richelieu wirft eine volle Börse zum Fenster hinaus,weil sein Enkel, dem er sie geschenkt hatte, sie voll zurück-brach te: draußen wird sie wenigstens ein Straßenkehrer finden.Der Prinz von Conti zerstampft einen Brillanten, den ihmseine Geliebte (weil ein Geschenk ganz einfach ausbedungenwar) zurückschickte, und streut den Staub über die Tinte,mit der er die Antwort niederschreibt (der Brillant war 4bis 5000 1. Geldes wert).

Der Marschall von Soubise gibt 200000 fr. aus für einenTag, den der König bei ihm verbringt.

M me de Matignon zahlt jährlich 24000 1., um täglich eineneue Coiffure zu haben.

Derselbe Prinz von Conti, den wir den Staub eines kost-baren Edelsteins über ein Billet doux schütten sahen, littschließlich Not an Brot und Holz bei einer Rente von"600000 1., weil er für allerlei Luxusgegenstände sein Geldauszugeben für richtiger fand.

Schulden werden gemacht: M me de Guömenöe schuldet60000 1. ihrem Schuster. Der Herzog von Lauzun, nachdemer das Vermögen, das ihm 100 000 Taler Rente brachte, auf-gezehrt hat, macht 2 Millionen Lire Schulden.

Einen sehr hübschen Einblick in die Wirtschaftsführungder vornehmen Leute jener Zeit eröffnen die Rechnungs-bücher der Rose Bertin, die uns Emile Langlade jetzterschlossen hat 97 . Als sie Anfang der 1790er Jahre ihre Außen-stände einziehen ließ, ergaben sich folgende Forderungen:an die Marquise de Bouille für die Jahre 177486 6791 1.

Gräfin de Salles 177881 1148