Der Sieg des Weibchens
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für 1500000 bis 1800000 1. Schmuck und andere Wert-gegenstände und setzt ihr eine Jahresrente von 20000 Talernaus. 10000 1. (2000 öcus) ist eine „normale“ Monatsgage fürdie „besseren“ Kurtisanen 107 .
Aber ich möchte den engen Zusammenhang, der zwischender Luxusentfaltung jener Zeit und der Vorherrschaft desWeibchens (ob es verheiratet war oder nicht, bleibt sich gleich,wenn es nur Weibchen war) obwaltet, noch deutlicher auf-weisen, als es die allgemeinen Erwägungen und der Hinweisauf die Verschwendung einzelner Huldinnen gestatten, indemich mehr ins einzelne gehe und die Luxusentfaltung nachihrem wichtigsten Inhalte verfolge: so gewinnen wir aucheinen klareren Einblick noch in die mannigfachen Möglich-keiten des Luxus unter dem Ancien rögime und könnendeutlicher noch erkennen, wie von den einzelnen Luxus-ausgaben oder besser von der Häufung der einzelnen Fälleder Luxusbetätigung die Fäden hinüberreichen nach denersten Gebilden kapitalistischer Organisation auf dem Gebietedes Handels und der Industrie.
IV. Der Sieg des Weibchens
Ich habe vorhin die gemeinsamen Züge, die aller Luxusder frühkapitalistischen Epoche trägt, aufgewiesen. Jetztmöchte ich darauf aufmerksam machen, daß der Luxus indiesen fünf bis sechs Jahrhunderten auch Wandlungen erlebt,und möchte zeigen, wie sehr an diesen Wandlungen dieFrauen (wie wir sie nun kennen gelernt haben) schuld sind.Wir betrachten zunächst:
1. Die allgemeinen Entwicklungstendenzen des Luxus(wohlgemerkt: des Luxus in dieser ganz bestimmten historischenPeriode, sage von 1200 bis 1800, die es nur ein einziges Malin der Weltgeschichte gegeben hat. Alle Bemühungen, all-gemeine Epochen des Luxus zu bilden, wie es etwa Roscher