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Der Sieg des Weibchens 125
Fußtapeten, die in einem Saal oft einige hundert Pfund Sterling kosten .. .Fenstergardinen von kostbaren, ostindischen Zeugen; prächtige Uhrenaller Art, wobei alle Kunst der Mechanik verschwendet ist“ usw.
J. W. von Archenholtz, Engl. u. Ital. 1 (1787), 170.
Und von den Landhäusern der reichen Leute berichtetuns derselbe Gewährsmann ähnliches, dessen Richtigkeit unszahlreiche andere Beschreibungen bestätigen.
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Wenn man sich in die Literatur des 18. Jahrhundertshineinliest, die von der luxuriösen Lebensweise der reichenLeute handelt; wenn man die Abbildungen von Palästen undWohnungseinrichtungen aus der Zeit sieht; wenn mau sichin den Straßen des alten Wiens, des alten London, des altenParis nach den monumentalen Privatbauten, die aus der Zeitvor 1800 stammen, umschaut, so bekommt man die Größeund Mächtigkeit des damaligen Wolinluxus wohl in das Ge-fühl. Aber man möchte gern sich von seiner Ausdehnungziffernmäßig bestimmte Vorstellungen machen, und das hältaußerordentlich schwer.
Vor mir liegt eine Sammlung von Abbildungen berühmterLandsitze 116 der englischen Nobility und Gentry, die imJahre 1779 veranstaltet und in zwei stattliche Bände zu-sammengefügtist. Sie enthältdie Abbildungen von 84 Schlössernund deren Beschreibung. Ich muß sagen, daß der Anblickdieser 84 Herrensitze einen ganz großen Eindruck macht, unddaß die Ziffer auch schon ein gewisses Urteil über die Massevon Luxus, der darin aufgestapelt ist, zuläßt. Zumal wennman die Beschreibungen der einzelnen Schlösser in Rücksichtzieht. Ich greife das Schloß des Earl von Oxford (Houghtonin Norfolk) als Beispiel heraus: Der Bau wurde 1722 vonSir Robert Walpole begonnen und 1735 vollendet. Mit denFlügeln hat er eine Länge von 500 Fuß; der Mittelbau ist1(35 Fuß lang. Die Haupträume sind folgende: der Salon40 Fuß lang, 40 Fuß hoch, 30 Fuß breit; die Tapeten von