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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
Seite
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126 Viertes Kapitel: Die Entfaltung des Luxus

rosengeblümten Velvet; die Decke gemalt von Kent; derKamin, ebenso wie die Tische, sind aus schwarzem und gelbemMarmor; die Halle ist ein Raum von 40 Fuß im Kubus miteiner Steingalerie auf drei Seiten; Decke und Fries vonAltari; der Drawing Room 80 zu 32 Fuß, behängen mitgelbem Calfoy, geschmückt mit Schnitzereien von Gibbons usw.usw.; endlich wird noch aufgezählt eine Galerie: 71 Fußlang, 21 Fuß breit, 21 Fuß hoch: die Tapeten aus Nor-wicher Damast.

Über den Umfang der Bautätigkeit in Paris währenddes 18. Jahrhunderts gibt uns Mercier einigen Aufschluß:es seien, meint er, in den letzten Jahrzehnten 600 Palaiserbaut,deren Inneres das Werk von Feen zu sein scheint,denn die Einbildung kann einen so ausgesuchten Luxusnicht mehr überbieten. Die drei Stände, die zu seiner Zeitihr Glück in Paris machten, seien die Bankiers, die Notareund die Bauunternehmer (entrepreneurs de bätiment). Ganzeneue Viertel seien entstanden mit nur prächtigen Palais 117 .

Auch diese Angaben geben uns einen Anhalt, wenn wirauch hier die Opulenz in Betracht ziehen, mit der, wie wirsahen, die einzelnen Häuser gebaut und die Wohnungen aus-gestattet wurden.

3. Der Luxus in der Stadt

Die Großstadt steigerte den Hang zum Luxus: aus Gründen,die ich schon angedeutet habe; deren Wirksamkeit uns diebesten Beobachter jener Tage, wie Montesquieu in Frank-reich, Mandeville in England, für ihre Zeit ausdrücklichbestätigen, und wirkt dadurch auf eine Vermehrung des Luxus-bedarfs hin. Wie die Großstadt mit ihren Luxusansprüchendie Leute in der Provinz damals anfing, in ihrer Lebens-gewohnheit ganz entscheidend zu beeinflussen, sie an Luxusaus-gaben zu gewöhnen, ihren Lebensstandardhinaufzuschrauben,weiß uns ein Landedelmann, Pierre de Cadet, anschaulich