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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
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Der Luxus und der Handel

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Laudanum, Manna, Mumia, Myrobalanen, Rhabarber,Röhrencassie, Safran (auch Farbstoff), Scammonium,Traganth (auch Farbstoff), Tutia, Zedvar.

2. Gewürze usw.: Pfeffer vor allem : aber Pfeffer gilt bis indie neuere Zeit hinein, jedenfalls das ganze Mittelalterhindurch als Luxusgegenstand, der nur in der Küche derReichen Verwendung findet, und den Potentaten sichuntereinander zum Geschenk machen; Gewürznelken:waren noch zwei- bis dreimal so teuer wie Pfeffer; Muskat-nüsse; Zimt; Zucker, der ebenfalls bis ins 19. Jahrhunderthinein als ein Leckerbissen der Reichen gilt.

3. Parfüms, Raucher Stoffe: Benzoe, Mastix, Moschus, Sandel-holz, Weihrauch, Ambra, aus der man auch allerhandGegenstände schnitzte.

4. Farbstoffe: Alaun, Brasilianisches Holz, Färberröte,Indigo, Kermes, Lacca: alles Stoffe für Edelfärbung;Mastix (für Firnisse).

5. Rohstoffe für Gewebe: Seide und allerfeinsten ägyptischenFlachs.

6. Schmuchgegenstände: Edelsteine, Korallen, Perlen, Elfen-bein, Porzellan, Glas, Gold- und Silberfäden.

7. Bekleidungsstoffe: Seidengewebe, Brokat, Samt und aller-feinste Stoffe aus Linnen, Wolle oder Baumwolle, wieBoecasino, Buckeram, Kamelotte, die alle an Aussehenden Seidenstoffen glichen und ebenso teuer wie diesewaren.

Diese Stoffe wurden teils aus dem Orient nach Europa ,dann aber auch aus Italien nach dem Orient ebensowie indie europäischen Staaten verführt.

W 7 ie hochwertig die Waren sein mußten, mit denen manim Mittelalter handelte, können wir ungefähr aus den Zoll-erträgnissen, zum Beispiel an der Zollstelle in Como, ent-nehmen. Nach den Berechnungen Schultes 137 schwankteder Wert der über den Gotthard gebrachten Waren im 15. Jahr-