Der Luxus und der Handel
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to be seen, heißt es noch in der fünften Auflage des CompleteEnglish Tradesman (1745). Ihre Lager waren unermeßlichgroß: „prodigiously great“. Und sie verkauften sie, wie ihreVoreltern sie zur Zeit der Plantagenets gewiß auch schon ver-kauft hatten. Die beste Kundschaft suchte sie hier in derengen Pater-noster Row auf: der Hof an der Spitze. In zweiReihen standen die Wagen: auf der einen Seite fuhren siehinein, auf der andern hinaus, so war es Vorschrift, denn dieStraße war zu eng zum Wenden: die Mercers hatten selbstzwei Büttel angestellt, die die Ordnung aufrechterhaltenmußten. Solche Gewölbe gab es etwa 50, in denen die großenKaufleute saßen. Der Rest waren die Trabanten dieses stolzenHandels: die Bortenleute (lace-man) in der Mitte der Ive-lane; die Knopfläden (button-shops) am Ende der Straße beiCheapside; die Garnläden (crewel-shops) und Fransenläden(fringe-shops) nahebei in Blow-bladder Street.
Das wurde nun von Grund auf anders, als die lustigeZeit begann: „as the gay humour came up“. (Unser Gewährs-mann läßt die genaue Grenzbestimmung der Zeit, die er meint,vermissen, er sagt: da saßen sie, die alten Großmercers,„about twenty years after the fire“, „and even in that time ...as the gay humour came on . . .“, das wäre also, da das Feuer1666 war, schon die Regierungszeit Karls II. , für die ja dieBezeichnung einer fröhlichen Zeit gewiß paßt). Damals näm-lich wuchs zunächst die Zahl der detaillierenden Mercers un-geheuer rasch an: sie fingen, da die Pater-noster Row zu engwurde, an, sich an der Peripherie Londons anzusiedeln: in Ald-gate, Lombard-Street und Covent-Garden, der bald einen Namenbekam. Da hier die Straßen breiter waren, so zog die Kund-schaft, die ja nur in Kutschen kam, es vor, in den neuenLäden zu kaufen, auch der Hof kam nicht mehr in die City;Pater-noster Row verödete, und in wenig mehr als zwei Jahrenwurden die alten Mercers gezwungen, ihre Gewölbe zu ver-lassen und dem Strome der Kundschaft nachzuziehen: wie