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auf dem Meere, meint der Verfasser, die Fischer den Fischennachziehen, wenn diese ihren Standort ändern. (Waren dieneuen „out lying mercers“, die solcherweise den alten Seiden-warenhandel revolutionierten, Juden, die mit Karls II. Frauoder mit dem Oranier nach London kamen? Es kann kaumanders sein.) Nochmals zehn Jahre und Covent-Garden wurdeverlassen: die Mercers suchten eine neue Stätte, wie ein schwär-mendes Bienenvolk, und ließen sich endlich in Ludgate-hillnieder: the swarm settled on Ludgate-hill, wo er nun dauerndblieb. Die Zahl der Seidenhandlungen, die 1663 50 bis 60betragen hatte, war unterdessen auf 300 oder 400 angewachsen.
Um dieselbe Zeit, als die Mercers aus ihrem Standortwegzogen, auf dem sie jahrhundertelang gesessen hatten, undsich über weite Teile von London verbreiteten, lösten sichauch viele andere Händler (und Handwerke) von ihren altenStraßen los, die sie das ganze Mittelalter über innegehabthatten. Manche unter ihnen, z. B. die Linen-drapers, auchein ausgesprochener Luxuswarenhandel, vermehrten sich eben-falls erstaunlich: „monstrously increased“. Die feine Leib-wäsche wurde, wie wir an anderer Stelle schon sahen, umdiese Zeit ein Luxus des reichen Mannes und seines Weibchens.
Was uns diese Erzählung lehrt, ist also dieses: daß dieLuxuswarenhandlungen wegen der rasch steigenden Nachfragesich in kurzer Zeit stark vermehren und ihren alten Standortverlassen. Damit aber war die Tür aufgestoßen, durch dieder moderne kaufmännische Geist in die stillen Räume desDetailhandels eindringen konnte; damit wurde die Umwandlungder mittelalterlichen Detailhandelsgeschäfte in kapitalistischeUnternehmungen nur eine Frage der Zeit. Denn mit diesenVeränderungen: steter und plötzlicher Vermehrung und Orts-veränderung, wurde das Detailhandelsgeschäft auf den Bodender ökonomischen Ratio gestellt, wurde die Notwendigkeit er-zeugt, den Konkurrenzkampf mit den Nachbarn aufzunehmen,die zweckmäßigsten Methoden zur Herbeiholung der Kunden