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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
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157
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Der Luxus und der Handel I57

auszusinnen und anzuwenden. Und das bedeutete eben denEinzug des kapitalistischen Geistes. Wie dieser im Laufe desnächsten Jahrhunderts sich in den Luxusgeschäften der Groß-städte (und nur in diesen) einnistet, können wir aber genauverfolgen, wenn wir die wenigen Angaben, die wir geradeüber die Detailhandelsorganisation aus jener Zeit besitzen,richtig zu deuten verstehen.

Was sich in dem folgenden Jahrhundert, nachdem diealten Mercers aus Pater-noster Row ausgewandert waren, er-eignete, war vornehmlich folgendes:

1. Detailhandel und Engroshandel differenzierensich: jene 300400 Mercers konnten nur zum kleinen Teilnoch Grossisten sein.

2. Die Ladeninhaber fangen an, ihre Läden eleganterauszustatten, um die Kundschaft anzulocken oder den feinenLeuten, die die Kundschaft bildeten, den Aufenthalt angenehmzu machen. Es wird uns ausdrücklich bestätigt, daß dieseVerfeinerung der Ladenausstattung bei den Toy-men anfing,also bei den Galanteriewarenhändlern würden wir vielleichtsagen, wobei wir aber immer nur an Luxusgalanteriewarenhöchsten Raffinements, Nippes usw., denken müssen. In denToys kulminierte in gewissem Sinne der Luxus der Zeit.Französisch heißen diese kostbaren Nichtigkeitenbijoux,was nicht nur Schmuck im engeien Sinne damals bedeutete,sondern Colifichets, Spielereien, Kleinigkeiten aus kostbaremMetall und mit kostbarer Arbeit überhaupt. In diesen Lädentraf sich die elegante Welt, vor allem die Herrenwelt, diehier ihre Einkäufe für ihre Geliebten macht. Denn hierkaufte man diebijoux frivoles,die man den anständigenFrauen schenkt, die kein Geld nehmen (que lon donne auxfemmes honnetes qui nacceptent de largent, mais bien descolifichets en or, parcequils ont un air de döcencel), meintMercier, der uns denPetit Dunkerque beschreibt 162 , denLuxusladen ä la mode zu seiner Zeit, in dem sich nament-