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Fünftes Kapitel: Die Geburt des Kapitalismus
lieh in den ersten Tagen des Jahres die „petits seigneurs“drängen, so daß man eine Garde aufstellen muß. „NichtsGlänzenderes gibt es als diesen Laden“: rien n’est plusbrillant ä l’oeil que cette boutique, die Voltaire , als erdas letzte Mal in Paris war, mit seinem Besuch beehrte:„Er lächelte über alle diese Schöpfungen des Luxus; er be-merkte, glaube ich, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen diesenglitzernden Bijoux und seinem Stil“, fügt Mercier hinzu.
3. Die Form des modernen Detailhandelsgeschäfts, dasBedarfsartikelgeschäft, wie ich es genannt habe 168 , indem die Waren nach dem Bedarfszweck zusammengestellt sind,beginnt sich aus dem alten Branchengeschäft herauszubilden.In gewissem Sinne vertritt der Toy-Man, der Marchand bijoutierschon dieses neue Prinzip; auch in der Beschaffung der Zu-taten zur weiblichen Toilette finden sich Ansätze zu einerNeugruppierung der Waren im Laden. Scheinbar ist auchder Mercer im Begriffe, ein Bekleidungsgeschäft zu werden:„Der Mercer handelt mit Seiden, Samten, Brokaten und einerunzähligen Menge teurer Kleinigkeiten, die zur Ausschmückungdes schönen Geschlechts gehören“ (an innumerable Train ofexpensive Trifles for the Ornament of the Fair-Sex) 184 . Daserste wirkliche Bedarfsartikelgeschäft ist aber, soviel ich sehe,das Wohnungseinrichtungsgeschäft, in dem sich alles bereits zu-sammenfindet : selbstverständlich nur in allerbesten Qualitäten,was zur Ausschmückung einer Wohnung dient. Teilweisescheinen es die Tapezierer gewesen zu sein, die sieh zu solchenMöbelausstattungsgeschäften umwandelten, in denen Tische,Kommoden, alle Arten von Kunsttisehlerei (tous les ouvragesd’öbenisterie), Spiegel, Kronleuchter usw. neben den Bettenund Polstern, den Vorhängen und Wandteppichen, die sieselber anfertigten, zu finden waren 155 . Teilweise waren esbloße Händler in diesen Dingen, die sie aber ebenfalls ineinem Laden vereinigten. Sie verkaufen: Gemälde, Stiche,Kandelaber, Armleuchter, Kronleuchter, Figuren aus Bronze,