Der Luxus und der Handel
159
Marmor, Holz und anderen Stoffen, Stutzuhren und Taschen-uhren, Cabinets, Schränke, Schubladen, Tische, Gueridons ausHolz und vergoldet, Marmortische und andere Waren und Kurio-sitäten, die zur Ausschmückung der Wohnung dienen: „marchan-dises et curiositez propres pour Tornement des appartemens“ 156 .
In London finden wir ganz ähnliche Geschäfte um dieselbeZeit. Hier sind es die Luxusmöbeltischler (Cabinet-Makers),die in einem Laden allerhand Einrichtungsgegenstände feil-halten, die sie nur zum Teil selbst gefertigt haben: manchedieser Läden sind so reich ausgestattet, daß sie eher wiePaläste ausschauen (they look more like Palaces), und ihrAnlagekapital ist ausnehmend groß (their Stocks are of ex-ceeding great Value) 167 . Daneben gibt es aber auch Aus-stattungsmagazine der Tapeziere gerade wie in Paris : manchevon ihnen, die Upholders, sind große Ladeninhaber, die stetseine Fülle fertiger Waren zum Verkauf daliegen haben 1B8 .
4. Die Versachlichung des Verhältnisses zwischenHändler und Kundschaft, die alle spätere kapitalistische Ent-wicklung vor allem kennzeichnet, beginnt in diesen großen Luxus-warengeschäften : der Petit Dunkerque ist meines Wissens daserste Detailhandelsgeschäft, in dem „feste Preise“ galten 169 .
5. In diesen großen Luxuswarenläden: damit habe ichden letzten und wichtigsten Punkt berührt. Offenbar nämlichweitete sich in dem Maße, wie alle die genannten Geschäfts-prinzipien zur Anwendung kamen, mußte sie es infolgedessen,die kapitalistische Basis aus, auf der diese Geschäfte ruhten.
Insbesondere wird uns von den Seidenwarenhandlungenberichtet, daß sie zum Teil recht umfänglich waren. Voneinem Pariser Detailgeschäft (Galpin) erfahren wir aus demAnfänge des 18. Jahrhunderts, daß in ihm an einem ein-zigen Tage für 80000 livres Stoffe verkauft wurden 1691 .Der „Vollkommene englische Handelsmann“ erzählt uns 1727von einem Mercer, der eine große Menge Angestellte undArbeiter „a great many servants and journeymen“ in seinem