Der Luxus und die Landwirtschaft
161
Händler, die man nicht als Luxuswarenhändler ansprechenkann, wenigstens nicht direkt (obwohl auch sie letztenfallsvon den reichen Leuten der Stadt lebten) und nicht aus-schließlich, mit einem Anlagekapital von mehr als 500 £ sindnur die Kohlen-, Eisen- und Holzhändler.
Die überragende Bedeutung des Luxuswarenhandels gehtauch aus der Tatsache hervor, daß Kompagniegeschäfte nurüblich waren bei den Seidenhändlern, den Leinenhändlern undden Goldschmieden — Bankiers 161 .
Also auch (und gerade) im Detailhandel dringt der Kapi-talismus durch die Verbreitung des Luxus vor. Die Gründeliegen nahe; sie sind in der voraufgehenden Darstellung schonstillschweigend eingeschlossen. Ich stelle sie hier noch ein-mal zusammen:
1. die Eigenart der Waren drängt zur kapitalistischen Organisation; sie sind die hochwertigsten und kamen amfrühesten in größeren Mengen in den Handel;
2. die Eigenart der Kundschaft befördert diese Entwick-lung zum Kapitalismus; sie stellt die höchsten Ansprüche anEleganz und Kulanz, und (ein Grund, der scheinbar in jenenglücklichen Zeiten sehr ins Gewicht gefallen zu sein scheint,denn alle Ratgeber in Handelssachen machen ihn geltend)diese vornehme Kundschaft bezahlt nie bar oder überhauptnicht; der Kaufmann, der in Luxuswaren handelt, muß also— die übrigen Umstände als gleich angenommen — immerein größeres Kapital zur Verfügung haben, weil sein Um-schlag (infolge des Borgsystems) langsamer ist.
III. Der Luxus und die Landwirtschaft1. In Europa
Unmittelbar ist der Kapitalismus in der Landwirtschaftgefördert worden, als und insoweit Land, das vordem vonBauern angebaut worden war, in Schafweide verwandelt