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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
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Der Luxus und die Landwirtschaft

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preise in England wenigstens während der ersten Hälfte desJahrhunderts keinerlei Tendenz zum Steigen aufweisen, wäh-rend die Preise der meisten anderen Erzeugnisse, vor allemdes Fleisches, in die Höhe gehen 183 . Und was wir an Tat-sachen über die wirkliche Gestaltung des Konsums besitzen,bestätigt dann jene Hypothese auch durchaus. Vor allemmuß der Fleischverzehr in London sowohl absolut einsehr beträchtlicher während des 18. Jahrhunderts gewesensein, als auch vor allem eine erhebliche Steigerung in dieserZeit erfahren haben. Wenn wir auch den ziffernmäßigen An-gaben, wie sie z. B. Eden macht 184 , keine allzugroße Bedeutungbeilegen dürfen, danach würde der Fleischkonsum (ohneSchweine- und Kalbfleisch) gegen Ende des Jahrhunderts90 Pfund auf den Kopf der Bevölkerung erreicht haben, d. h.eine Höhe, wie sie die heutigen Großstädte keineswegs alleerreichen, und würde zudem in 60 Jahren um 50 % pro Kopfder Bevölkerung gewachsen sein, wenn wir diese sich um100 000 Seelen vermehren lassen immerhin ist ein außer-gewöhnlich starker Fleischkonsum unzweifelhaft. Wir ersehendas beispielsweise aus den Schilderungen, die wir von demberühmten Viehmarkt von Smithfield besitzen 185 , der zweimalwöchentlich abgehalten wurde und der größte der Erde war,oder von dem nicht minder berühmten Fleischmarkt Leaden-Hall, auf dem, wie ein spanischer Gesandter bemerkte 186 , ineinem Monat soviel Fleisch verkauft wurde, um ganz Spanien während eines Jahres zu versorgen.

Es sollen um die Mitte des 18. Jahrhunderts in London nicht weniger als 17große Fleischmärktefor all sorts offine meats bestanden haben, auf denen auch Geflügel undWild verkauft wurde,beside many Street butchers, fürdie in größerer Entfernung von einem Markte wohnendenFamilien 187 .

Wir dürfen es aber auch aus den Berichten schließen,die uns über die ausgedehnte und zum Teil schon hoch-