168
entwickelte englische Viehzucht im 18. Jahrhundert überliefertsind. Sie alle stimmen dahin überein, daß es vor allem dieAnlage von Futterweide und die intensive Viehzucht ist, aufdie die entwickelte Landwirtschaft zugesehnitten wurde: inKent wie in Norfolk, in Essex wie in Somersetshire . Viel-fach war schon eine weitgehende Spezialisierung der Vieh-wirtschaft eingetreten: selbstverständlich zwischen Schaf- undRindviehzucht, aber auch noch weitergehend in der Weise, daßschon die Bergländer, wie Devonshire, die eigentliche Zuchtübernahmen und fruchtbare Niederungen, wie Somersetshire ,die Mästung 188 .
Die rasche Vervollkommnung der Viehwirtschaft ergibtsich aus der erstaunlichen Zunahme des Durchschnittsgewichtsdes einzelnen Stücks Vieh. Dieses betrug auf dem Smithfield-Markt bei
Ochsen Kälbern Schafen Lämmern
1710 370 lbs. 50 lbs. 28 lbs. 18 lbs.
1795 800 lbs. 148 lbs. 80 lbs. 50 lbs.
Dieselbe Tendenz zur Spezialisierung, die uns einen Schlußebensosehr auf die Verfeinerung des Konsums wie auf diehohe Technik der landwirtschaftlichen Produktion gestattet,beobachten wir bei den übrigen Erzeugnissen der Landwirt-schaft. Man fühlt sich ganz lebhaft an die Schilderungenrömischer Agrarschriftsteller erinnert, wenn man etwa dieBände der Defoeschen Landesbeschreibung durchblättert. Dahören wir von Gegenden, deren Spezialität die Lieferung vonDrinkcorn (Gerste bzw. Malz) 189 ist, während andere dendazu gehörigen Hopfen produzieren 1!)0 . Hier ist der Hafer 191 ,dort sind die Kartoffeln 192 das vornehmlich gezüchtete Pro-dukt. Das beste Geflügel kommt aus der Umgegend vonDorking (Surrey) 193 , der beste Käse aus Oxfordshire undGloucestershire 194 , der beste Speck aus Wiltshire und Hamp-shire 19B , während die Gegenden längs der Themse programm-gemäß die Holzlieferanten sind 198 und in der nächsten Um-