Der Luxus und die Industrie
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artige Betriebsorganisationen ausgebildet worden, die mir inkeinem anderen Gewerbe bekannt geworden sind: man schuf(in Frankreich ) förmliche Alumnate, in denen die Arbeiterinnenwohnten und speisten und wohl auch ihre Unterweisungenempfingen. Wir sind über solche Anstalten durch eine Reihevon Etatsaufstellungen unterrichtet 216 .
1699 reicht ein Cldment de Gouffreville für eine in St. Denis zuerrichtende „Manufacture de dentelles“ folgenden Kosten-anschlag ein:
für den Faden p. a. 6 000 1.
20 Betten für die maitresses. 1 000 „
200 „ „ „ apprentisses et ouvrieres 6 000 „
400 Paar Überzüge dafür. 1 600 „
40 „ „ für die maitresses . . . 400 „
Tischservice. 500 „
Tischwäsche. 500 „
Gage der maitresses ä 200 1. 4 000 „
Verköstigung der apprentisses ä 100 1. . . . 20 000 „
usw. _
Insgesamt 96 300 1.
c) Die Spiegelfabrikation wird auf ganz breiter,großkapitalistischer Basis betrieben; in Frankreich machensich 1704 zwei Gesellschaften Konkurrenz: die von Dombesund die von St. Gobain, Tour la Ville und Paris. Diese hattezwei Jahre vorher Antoine Dagincourt, ein reicher Pariser,für 990000 1. angekauft 217 . Die Spiegelmanufaktur in Fau-bourg St. Antoine beschäftigte 500 Arbeiter. Mercier be-schreibt uns die Einrichtung dieses Etablissements, wo ineinem Schleifsaal 400 Arbeiter beschäftigt waren 218 .
d) Die Porzellanindustrie ist die Luxusindustriepar excellence im 18. Jahrhundert. Porzellanmanufakturen mitmehr oder weniger staatlicher Organisation werden errichtetin folgenden Städten: 1709 Meißen, 1718 Wien , 1720 Höchst,1740 Vincennes , seit 1756 Sövres, 1743 Capo di Monte beiNeapel, 1744 Fürstenberg, 1750 Berlin , 1755 Frankenthal,1758 Nymphenburg und Ludwigsburg, 1772 Kopenhagen.Daneben wimmelte es aber von privaten Unternehmungen 219 .