Druckschrift 
1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

184

Fünftes Kapitel: Die Geburt des Kapitalismus

Die Porzellanmanufakturen wachsen sieh rasch zu ganzgroßen Betrieben aus, wie deren die Zeit nur wenige kannte.

Die Berliner Porzellanmanufaktur beschäftigt 1798 schon400 Arbeiter 220 . Das Personal der Meißener Manufakturwuchs wie folgt an 221 : 1719 26, 1730 49, 1740 218, 1745 387,1750 378.

e) Verschiedene Industrien. Es hat wenig Zweck,auch über die anderen reinen Luxusindustrien wie für die ge-nannten, die ich als Beispiele herausgegriffen habe, in ähn-licher Weise Bericht zu erstatten. Der Leser würde ermüden,denn es ist immer dasselbe Bild: keine einzige wirklicheLuxusindustrie ist mir bekannt, die nicht spätestens imLaufe des 18. Jahrhunderts in die kapitalistische und sehrhäufig auch großbetriebliche Form übergeführt wurde, wennsie nicht (was meist der Fall ist) sofort auf kapitalistischeroder großbetrieblicher Grundlage aufgebaut ist. So die Glas-industrie (seit Murano ), so die Zuckerin du strie:Cambden verlangt im 18. Jahrhundert für denZuckerbäckerin London 10005000 Kapital; so die G o 1 d s e h m i e d e r e iund andere Goldarbeit: Francois Thomas Germain, der be-rühmte Goldschmied, der 1748 seinem Vater im Louvre folgt,setzt für 3000000 Fr. um und macht einen Bankerott von2400 000 Fr., Londoner Goldschmiede müssen ein Mindest-kapital von 5003000 haben; in Berlin ist im 18. Jahr-hundert der größte Betrieb die Gold- und Silbermanufaktur,die Tressen, Schärpen, Troddeln usw. fertigte und 1784 813,1799 1013 ,1801 1151 Personen beschäftigte; so die Stickerei:1774 errichtet ein Franzose in Berlin eine Manufaktur, die77 Arbeiter beschäftigt und vielezum Manns- und Damen-putz gehörige seidene und reiche Sachen fertigt; so dieFabrikation künstlicher Blumen: 1776 wird in Berlin die erste Fabrik dieser Art gegründet, die 1784 für 24000Reichstaler Waren erzeugt und 140Frauenspersonen be-schäftigt.