Der Luxus und die Industrie
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die großen Monumentalbauten in Betracht kommen) durch-aus schon großkapitalistisch organisiert.
In beiden Gewerben stoßen wir immer wieder auf dieselbenFirmen, die meist von zwei Kompagnons vertreten und dieausdrücklich genannt werden: „entrepreneurs du bastimentneuf du Louvre“, „entrepreneurs des ouvrages de charpenteriedu bastiment du Louvre“ usw. Da sind im Jahre 1664 diegroßen Baugeschäfte: Jacques Maziöres & Pierre Bergeron,die in einem Jahre 861330 1., im andern 610 600 1. beimLouvre, 200965 1. 3 s. in Versailles für Maurerarbeiten er-halten ; da sind Poncelet Cliquin & Paul Charpentier mit 100bis 150000 Fr., zu denen sich im Laufe der Jahre ein halbesDutzend andere gesellt.
Nächst diesen beiden Hauptbaugewerben kommt dann dieDachdeckerei, die auch schon stark in der Umbildungzur kapitalistischen Organisation begriffen ist. Ich verfolgeeinen gewissen Ch. Yvon und finde, daß er im Jahre 1664 imLouvre, in St. Germain und in Versailles Arbeiten ausführt,für die er 49900 1. empfängt. Von gleichem Kaliber etwaist die Firma Jean Piliart et Claude Fresneau, die sichnennen: „maistres couvreurs, entrepreneurs des ouvragesde Couverture et plomberie“.
Die übrigen Baugewerbe: Tischlerei, Schlosserei, Glasereiusw. finden wir im Anfang unserer Epoche in handwerks-mäßigem Zustande; es sind offenbar wohlhabende Meister miteinem halben Dutzend Gesellen und Lehrlingen, die hierarbeiten: oft 10 oder 20 gleichzeitig an einem Bau, mit einerGesamtrechnung im Jahre von ein Paar Tausend Livres bishöchstens (die Tischler) 20 700 1., wenn wir nicht annehmenwollen, daß die vier Tischler, die 1666 eine Summe von63000 1., andere vier, die eine Summe von 59000 1. und16 317 1. in Empfang nehmen, eine einzige Firma gewesenseien; ein paar Schlosser dagegen erheben sich wohl schon,namentlich in den späteren Jahren, zu kleinkapitalistischen