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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
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Fünftes Kapitel: Die Geburt des Kapitalismus

Unternehmern: es sieht fast aus, als vollzöge sich im Laufeder Zeit von Mitte des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts(wohl unter dem Einfluß der starken Bautätigkeit des Königsund seiner Granden) eineKonzentration: im Jahre 1715liefert ein gewisser Frangois Cafin, serrurier, doch schon für51578 1. 11 s.; das läßt doch immerhin auf einen Betriebvon 1215 und mehr Gehilfen schließen, selbst wenn die hierverzeichneten Beträge die einzigen Lieferungen gewesenwären.

Das Bild, das uns dann Mercier von der Organisationdes Baugewerbes in Paris am Ende des 18. Jahrhunderts ent-wirft, zeigt durchaus großkapitalistische Züge auf, soweit diegroßen Luxushauten in Betracht kommen 261 . Mercier er-wähnt an jener Stelle zwar nicht ausdrücklich, daß es sichbei diesen großen Bauunternehmern um Luxusbauten handelt;wir wissen aber aus früheren Berichten gerade desselben Ge-währsmannes, wie sehr in dem damaligen Paris die Bau-geschichte von den Prachtbauten der reichen Finanziers be-herrscht wurde.

g) Die Stellmacherei, aber auch die Tapezierereiund die Sattlerei stoßen während der frühkapitalistischenEpoche einige Verrichtungen ab, die sich zu einer neuenkapitalistisch betriebenen Luxusindustrie: der Kutschen-bau er ei, zusammenfügen. Die Kutschenbauerei hat umdie Mitte des 18. Jahrhunderts den Weg zur vollendeten Manu-faktur halb zurückgelegt. Sie vereinigt in ihrer höchstenForm (in London ) 263 in eigener Werkstatt diejenigen Arbeiten,die den Kasten des Wagens einschließlich Lederbezug undPolsterungen herrichten, und beschäftigt außer dem Hause:den Schnitzer, den Radmacher, den Gießer (für die Be-schläge usw.), den Lederarbeiter, den Schmied, den Geschirr-macher.

Aber auch in dieser halbfertigen Gestalt beansprucht dieKutschenmaeherei damals schona great Stock of ready