182 AuS der Berlinischen Zeitung vom I. 1761.
welche wenigstens den Witz der Spötter thätig zu erhalten geschicktsind. Tiefen aber durch ein Leben, welches der Geist der Religionbeherrscht, und durch Lehrsätze zu entwaffnen, die durch eine erhabneEinfalt von ihrem göttlichen Ursprünge zeigen, ist ein Werk, womitman sich nur ungcrnc vermengt, weil es den Hcrrcnhutcrn eingekom-men ist, sich damit abzugeben. Wir erfreuen uns, daß man gleich-wohl ein Buch von dieser Gattung allgemeiner zu machen gesucht hat,nud zwar in einer Sprache, welche jctzo den Zoten und Gottesläste-rungen gewidmet zu seyn scheinet. Es hat die Uebersetzung für hun-dert Strciischriften verdient, welche zn nichts dienen als den Haß zwi-schen den verschicdncn Selten zu erhalten. Wcstphalcn hat einen gu-ten französischen Dichter, eS hätte also ganz leicht auch eine gute fran-zösische Uebersctzcriit haben können. Kostet in den Voßischcn Buch-lädcn hier und in Potsdam 8 Gr.
(7. Sept.) Alrona, Die lateinischen Zeitungen, welche seit demMonate April dieses' Jahres, alle Montage auf einem halben Bogenunter dem Tiltel: (üc>inmeick!»'!oi'iim ^Iloniiuoi'uni cle i'dins in orlioteri'iN'iiin i-ecenler gesiis erscheinen, verdienen allen Beyfall undalle mögliche Aufniuuterung der Känffcr. Tic Wahl der Neuigkeiten,die man darinnc beobachtet, ist bedächtig, und die Schreibart sehrschön. Sie können in den Händen der Jugend nicht geringen Nutzenstiften, die noch in sehr wenig Schulen angeführt wird, die Begeben-heiten unsrer Zeiten römisch einzukleiden. Wir sagen in den Händender Jngcnd, uud können eben so füglich in den Händen der Lehrersagen, welche gröstenhcilS das Geheimniß besitzen in den auserlesenstenlateinischen Worten deutsch zu scbrcibcn.
Breßlau. Rristian ZZcnjamiii Schuberts, aus Breßlau,Lehrgedichte. Vcrlcgts D> piersch. in 8r. Z Bogen. Der
Verfasser sagt in der Vorrede, er habe es versuchen wollen, dem Wahr-heitsliebenden Leser mit Lehrgedichten aufzuwarten, deren Ausarbeitungbis anher nicht so gewöhnlich als die Verfertigung anderer Stücke ge-wesen sey. Unsers Wissens hat sich die Epoche des gereinigten Ge-schmacks unter den Teutschen mit vortrcflichcn Lehrgedichten angefan-gen. Es ist also zu bcdaurcn, daß Herr Schubert diejenigen, welcheseine Mnster hätten seyn sollen, so wenig kennt. Mit dem Lehrenfährt er so ziemlich; man wird lauter vortrcflichc Wahrheiten darinneantreffen, die man langst gewußt hat. Mit dem Tickten ist es ihm