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Einleitung: Das doppelte Gesicht des Krieges
die der Krieg ausübt? Zunächst: wenn wir in der laxenFormulierung fragen: auf „das Wirtschaftsleben I: , wird unsals erste und wichtigste, ja scheinbar als einzigste Wirkungdie Zerstörung entgegen treten, die offenbar mit allemKriege engstens verbunden ist.
Der Krieg als Zerstörer: das ist das Bild, das uns allenvorschwebt, wenn wir uns seine Wirkungen auf die materielleKultur vor Augen stellen wollen. „Die Kriegsfurie geht durchdie Lande.“ Städte geplündert. Dörfer und Felder ver-wüstet. Der rote Hahn auf allen Dächern. Das Vieh imLande umherirrend. Die Saaten zertreten. Die übriggebliebeneBevölkerung am Verhungern.
Wer kennt nicht die Schilderungen, vor allem aus demDreißigjährigen Kriege in Deutschland: Robert Höniger hatsie unlängst uns wieder einmal ins Gedächtnis zurückgerufen 1 .Sie wiederholen sich aber in vielen Ländern während des 16.und 17. Jahrhunderts. Namentlich Frankreich war arg heim-gesucht von den Schrecken des Krieges.
„Überall Ruinen; das Vieh größtenteils vernichtet, sodaß man nicht mehr ackern kann und oft weite StreckenLandes brach liegen,“ meint der venetianische Gesandte Cavalliim Jahre 1574. „Quasi tous les villages estoient inhabitezet deserts,“ heißt es in einer Deklaration vom Jahre 1595,„cessation presque genärale du labour“ ist die Folge.
„II est cogneu,“ erklären die Notabein bei ihrer Zu-sammenkunft im Jahre 1597, „que l’on faisait avant lestroubles quatre fois plus de manufactures de draps de lainequ’ä präsent. Tämoins la ville de Provins en Brie oü il yavoit huit cents mestiers de draps et u’y a pas pour le jourd’-hui quatre mestiers.“
Die gelassensten Geister werden aus ihrem Gleichgewichtgebracht.
„En temps ordinaire et tranquille on se prepare ä desaccidents modäräs et communs; mais k cette confusion oü