Einleitung: Das doppelte Gesicht des Krieges
jr
nous sommes depuis trente ans, tout homme frangais, soit enparticulier, soit en gönöral, se voit ä chaque lieure sur lepied de l’entier renversement de sa fortune.“ (Montaigne.)
Und was als schlimmste Folge der ewigen Kriege emp-funden wurde: die entlassene Soldateska ebenso wie die ver-armten Edelleute ergreifen das Räuberhandwerk: Bandendurchziehen die Lande: eine Geißel für Städter und Land-mann. Schließlich verwildert die Bevölkerung selbst: sie istnicht wie ehedem nüchtern und brav, das Elend, der An-blick des Blutes, der Krieg haben sie verschmitzt und rohgemacht, heißt es wieder in dem Berichte Cavallis.
Wir haben heute gelernt, diese Schilderungen für über-trieben zu halten. Wir wissen, daß die zeitgenössischen Schrift-steller den Mund etwas zu voll nehmen, sobald sie auf dasElend des Krieges zu sprechen kommen. Man hatte sichschließlich in eine gewisse Wehleidigkeit und ein Gebarmehinein geklagt. Immei'hin: mancher Schaden wird von derSoldateska dem Bürger und Bauern zugefügt sein.
Wir besitzen für ein Land sogar eine ziffernmäßige Be-rechnung dieser Schäden, die der Volkswirtschaft währendeines langen Krieges zugefügt worden sind, meines Wissensdie einzige aus so früher Zeit: für Piemont im spanischenErbfolgekriege. Diese Schadenrechnung lautet wie folgt 2 :
Brände, verursacht vom Feinde. 4184608 1.
„ „ „ Verbündeten , . 691826 „
Wegnahme von Vieh vom Feinde .... 1492032 „
„ „ „ „ Verbündeten . . 325412 „
Ausfuhr von Mobilien und Vettovaglia esclusi
li foraggi, Feind. 16322235 „
Verbündeten. 4985637 „
Zerstörung von Fruchtbäumen, Feind . . 3810 882 „
„ „ „ Verbündete 2335 690 „
Kontribution an den Feind bezahlt . . . 3177093 „
37325415 1.