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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Einleitung: Das doppelte Gesicht des Krieges

in Chandernagor vom Mogul erwirkte) etwa folgendes vereinbart wurde:Die Kompagnie zahlt dem Mogul 40000 Kop., 10000 sofort, 5000 in Jahres-raten; die Franzosen erhalten das Recht: frei zu handeln in den ProvinzenBengalen, Orissa und Behar; mit denselben Privilegien und auch den-selben Gewohnheiten wie die Holländer; sie zahlen wie diese 3 1 /2%Douane.

Aber so vortrefflich derartige Abmachungen waren; getan war es mitihnen gewiß nicht. Schon daß sie von den Eingeborenen gehalten wurden,setzte eine Machtentfaltung des vertragschließenden Landes voraus, diedem Fürsten drüben genügende Achtung einflößte. Und dann blieb jaimmer noch der rivalisierende europäische Staat, der jeden Augenblickbereit war, mit dem Schwert in der Hand sich seinen Platz zu er-kämpfen.

So ist schon die Kolonialgeschichte der Genuesen und Venetianereine Geschichte von ewigen Kriegen 26 . Auch hier schon bekamen guteVerträge diejenigen Staaten, die am trutzigsten auftraten:Währenddieser Kämpfe beschränkte sich die Republik (Venedig) im wesentlichendarauf, ihr Quartier in der Stadt Negrepont in guten Verteidigungs-zustand zu setzen. Wahrscheinlich trug dies dazu bei, daß sie imJahre 1277, als abermals ein Vertrag auf 2 Jahre mit Michael Paläologus abgeschlossen wurde, günstigere Bedingungen erlangte. (Heyd.) Undnicht minder die der westeuropäischen Nationen seit dem 16. Jahr-hundert : Machtentfaltung durch kriegerisches Auftreten blieb auch hierdie Losung:II faudrait envoyer des vaisseaux du Roi afin de lesfaire voir sur les cötes et surtout nepargner ni poudre ni boulets, etcest dune grande consequence afin dabattre lorgueil des Hollandais ..,fomenter la guerre entre Anglais et Hollandais et secourir toujours leplus faible ...; la Comp, etant etablie une fois, il ne tiendra quau Roidetre le maitre des Indes . . heißt es in einer Denkschrift der Direktorender französisch-ostindischen Kompagnie aus dem Jahre 1668 26 .

Man weiß, daß seit dem 17. Jahrhundert es üblich wurde, diestaatlichen Hoheitsrechte, vor allem auch die Kriegsmittel, den privi-legierten Handelsgesellschaften zu übertragen, denen dadurch rechteigentlich die Eroberung der Kolonien als Aufgabe einheimfiel, undzwischen denen der Kampf um den Futterplatz (soweit er außerhalbEuropas entschieden wurde) zum Austrag kam. Daß in diesem Kampfedie Größe der staatlichen Machtmittel letzten Endes die Entscheidunggab, und daß der Sieg nicht von friedlichen Kaufieuten, sondern vongewandten Geschäftsleuten und brutalen Seehelden erfochten wurde,liegt auf der Hand.

Lon connaitra par quil faut que les personnes qui sont ä latete des Compagnies dans les Indes, aient dautres qualites que cellequi regarde la fonction simplement dun habile marchand: cest unService mele, il est necessaire de savoir un peil de tout, berichtetder immer klar schauende F. Martin nach Hause 27 . Und das hat für