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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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II. Die Ausweitung des Ileereskörpers

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Frühzeitig eine staatliche Oberleitung: 1327 wird ein Groß-admiral über die Flotte gesetzt, der den Titel Amiral deFrance führt und dem Admiralitätsgericht vor sitzt. Ver-mehrung der Königsehiffe, namentlich seit dem Anfänge des17. Jahrhunderts: gemeinhin wird Richelieu wie der Kolonienso auch als Begründer der französischen Kriegsmarine an-gesehen, die dann aber erst unter Colbert, ebenso wie dieenglische unter Cromwell, ihre entschiedene Konsolidationerfährt.

II. Die Ausweitung des Heereskörpers

Ich sagte, daß die dem modernen Heere innewohnendeVergrößerungstendenz seine für uns in diesem Zusammenhängewichtigste Eigenart darstelle, weil sie wichtigste ökonomischeWirkungen nach sich zieht, insbesondere unter sonst gleichenUmständen die wachsende Größe einer bedürfenden Gruppefrüher zum Massenbedarf führt.

Um eine deutlichere Vorstellung "von diesem Phänomender Expansion der modernen Heere zu geben, will ich dieZiffern der Heeres stärken für die Hauptstaaten hiermitteilen.

1. Das Landheer

Eines der wichtigsten Ergebnisse, zu dem Hans Del-brück im dritten Band seiner Geschichte der Kriegskunstgelangt, ist der Nachweis, daß das Mittelalter durch-gehend kleinere Heere gehabt hat, als man bisher an-nahm. Damit ist für die Kriegführung dasselbe nachgewiesen,was ich für den Handel gezeigt habe, was viele andere schonfrüher für die allgemeinen Bevölkerungsverhältnisse, nament-lich die Einwohnerzahl der Städte, dargetan hatten: dieäußere Kleinheit der mittelalterlichen Welt (die ihre innereGröße um so imposanter erscheinen läßt). In der Schlachtvor Hastings hatte man früher Hunderttausende, ja Millionen